Druckartikel: Johann Lafer über Familie: "Es war meine größte Angst, dass sich die Kinder von mir abwenden"

Johann Lafer über Familie: "Es war meine größte Angst, dass sich die Kinder von mir abwenden"


Autor: Teleschau  

, Montag, 27. Juli 2026

Heute gehört Johann Lafer zu den erfolgreichsten (Fernseh-)Köchen Deutschlands. Doch der Weg dahin war mit viel Arbeit verbunden. Wie der 68-Jährige nun in einem Interview verriet, musste seine Familie darunter immer wieder leiden.


Arbeit statt Familie: Seinen Erfolg als gefragter Gastronom und populärer TV-Koch hat sich Johann Lafer mitunter teuer erkauft. In einem sehr privaten Interview mit "Bild"-Unterhaltungschefin Tanja May wagte der 68-Jährige nun eine Zwischenbilanz. "Es war eines meiner größten Probleme, allem gerecht zu werden", räumte der Koch ein. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit seiner Unternehmen und die Zeit mit der Familie hätten ihn nicht nur einmal in die Bredouille gebracht: "Es war so eine Gewissensfrage oft: Wem tue ich jetzt in welcher Form weh?"

Ihn habe vor allem eine Sorge umgetrieben: "Es war meine größte Angst, dass sich die Kinder von mir abwenden." Gleichzeitig betonte der Koch in dem Interview: "Mehr Glück kann man nicht empfinden, wenn man weiß, da gibt es Kinder." Bei einer Gelegenheit konnte jedoch stets kommen, was wollte, dort hatte die Familie immer Priorität, so Lafer: "Für uns war immer der Familienurlaub heilig."

Johann Lafer gibt Krebs-Update

Dennoch hat Johann Lafer prägende Momente innerhalb seiner Familie verpasst. Bei der Geburt seines Sohnes etwa war er absent, "weil der [Gerhard] Schröder zum Frühstück im Restaurant saß". Damals habe er sich gesagt, er müsse den Bundeskanzler persönlich bedienen. "Das würde ich heute nicht mehr machen, weil das ein kompletter Schwachsinn ist", blickte er im Gespräch mit Tanja May zurück. "Ich habe noch heute ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Frau." Doch "im Nachhinein ist das leichter gesagt".

Im Podcast-Gespräch mit May äußerte sich Lafer unlängst auch über seinen Gesundheitszustand nach der Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Er hoffe, "noch möglichst lange Gast sein zu dürfen", sagte Lafer. Angst vor dem Tod habe er nicht, speziell, nachdem er seine Schwiegermutter am Sterbebett begleitet hatte. "Wir sind Gast auf Erden. Es ist endlich. Es wird nichts geben, was uns davon befreit", verdeutlichte Lafer. Seiner unheilbaren Krankheit zum Trotz wolle der TV-Koch aber "leben, arbeiten, lieben, weiter Ideen haben", so Lafer.

Quelle: teleschau – der mediendienst