In Deutschland wurden sie zu Superstars: Wie ein Busfahrer die Backstreet Boys zum Erfolg lenkte
Autor: Teleschau
, Montag, 04. Mai 2026
Vor 30 Jahren erschien das Debüt-Album der Backstreet Boys und machte sie zu Superstars. Auch 2026 geben sie ausverkaufte Konzerte, auch in Deutschland. Nur mit dem Tourbus sind sie nicht mehr unterwegs. Dabei begann damals alles mit einem Busfahrer ...
Warum heißen die Backstreet Boys eigentlich Backstreet Boys? Nachdem sich Nickolas Gene Carter, Howard Dorough, Alexander James McLean, Kevin Scott Richardson und Brian Littrell am 20. April 1993 erstmals als Quintett gegenüber gestanden hatten, wurde der Bandname zum kleinsten gemeinsamen Nenner. Denn die Boys waren keine gewachsene Clique, sondern ein zusammengewürfelter Haufen. Was sie verband, war Orlando, wo sie jetzt lebten und sich in schwülen Proberäumen den Hintern abtanzten und nächtelang an ihren Gesangsharmonien schraubten.
Auf der Suche nach einem verbindenden Element für den Bandnamen wurde man beim Backstreet Market fündig. Das war ein riesiger Flohmarkt am International Drive im Herzen von Orlando und ein bei Kids beliebter Treffpunkt. "Abhängen, mit dem Cabrio rumprotzen, Musikhören, Girls treffen", beschrieb Kevin Richardson den "Tatort" mal in einem Interview.
Den Backstreet Market gibt es längst nicht mehr. Die Backstreet Boys schon. Zwischen 25. September und 2. Oktober werden sie in der Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf sechs Konzerte spielen, die einzigen in Europa. Sie werden, wie immer, ausverkauft sein, denn die Backstreet Boys sind sie erfolgreichste und langlebigste Boygroup der Welt.
Daran war am 6. Mai 1996 noch nicht zu denken. Aber damals ging es richtig los. An diesem Tag erschien ihr Debüt-Album "Backstreet Boys".
In Deutschland gelang den Backstreet Boys der Durchbruch
Die Boys - das waren Howard Dorough, Alexander James McLean, Nick Carter, Kevin Richardson und dessen Cousin Brian Littrell. Die wollten im Showbiz landen. Und Lou Pearlman, ein millionenschwerer Unternehmer, wollte im Musikgeschäft mit jungen Jungs die große Kohle verdienen. Man fand zusammen: Lou finanzierte alles. Trainer, Proberäume, Outfits, Reisen, Wohnungen, erste Konzerte. Und die Boys tanzten - sich die Hacken wund und nach Pearlmans Pfeife.
New Kids On The Block (NKOTB) waren für den Unternehmer das große Vorbild. Die waren durch einen Entdecker-Manager (Maurice Starr) zu Weltstars gemacht worden. Für sie war das Wort Boyband erfunden worden. Weil Pearlman zwar Geld, aber keine Ahnung vom Musikgeschäft hatte, heuerte er einen erfahrenen Mann an - Johnny Wright. Der war bei NKOTB einst Tourbusfahrer gewesen und sollte BSB nun als Manager zum Durchbruch lenken.
Er tat es - und er karrte das Quintett 1995 nach Deutschland. Denn die erste Single "We've Got It Ging On" war in der Heimat USA gefloppt. In Deutschland aber feierten Boygroups wie Take That oder Caught in The Act Erfolge. BSB kamen, sangen - und siegten. "We've Got It Going On", im September 1995 veröffentlicht, wurde sofort zum Hit, die Fans wollten mehr. Den ersten Auftritt der Jungs in Deutschland bejubelten im Herbst 10.000 Fans in Nürnberg bei der "Popcorn Pop-Explosion", es folgten Live-Einsätze bei Sechstage-Rennen und als Vorgruppe von Caught In the Act bei deren Weihnachtstour 1995.