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Im Herzen ein echter Rock'n'Roller: Schlagerlegende feiert 80. Geburtstag


Autor: Stefan Weber

, Donnerstag, 26. März 2026

Mit den Flippers schrieb er Musikgeschichte, als Solokünstler "Olaf der Flipper" steht er bis heute auf der Bühne: Olaf Malolepski, der am 27, März 80 wird, ist einer der bekanntesten Schlagerstars des Landes - im Herzen aber ein echter Rock'n'Roller.


Es gibt Namen, mit denen wird man eher kein Star. Und beim Namen Malolepski werden auch nur Insider wissen, wer gemeint ist. Dabei ist Olaf Malolepski, der inzwischen als "Olaf der Flipper" unterwegs ist, eine der größten deutschen Schlagerlegenden: Als Mitglied und langjährige Hauptstimme der legendären Schlagerkombo Die Flippers ist er nicht weniger als ein Stück lebendige deutsche Musikgeschichte. Wenn der gelernte Werkzeugmacher und ausgebildete Tennislehrer am 27. März sein 80. Lebensjahr vollendet, kann er auf eine einzigartige Karriere zurückblicken: Schließlich steht er seit 65 Jahren auf der Bühne, hat allein mit den 2011 aufgelösten Flippers über 40 Millionen Tonträger verkauft und sich längst auch als Solokünstler etabliert. Was allerdings nur wenige wissen: Seine (heimliche) Liebe gehört auch dem Rock'n'Roll.

Der 1946 in Magdeburg geborene Malolepski, der im Alter von elf Jahren nach der Scheidung seiner Eltern mit seiner Mutter nach Pforzheim zog, begeisterte sich schon früh für Musik. Bereits im Alter von 14 Jahren spielte er in einer Coverband: "Wir spielten, was im Radio lief, was die Leute hören wollten", sagte er 2016 im teleschau-Interview. "Meine Idole waren die Shadows, Chuck Berry und Elvis, wir spielten Songs von den Stones genau wie Lieder von Tony Marshall und Gerhard Wendlands 'Tanze mit mir in den Morgen'". Dass er später mit den Flippers dem Schlager zugerechnet wurde, hatte einen einfachen Grund. "Dass ich dann immer mehr auf Deutsch sang, hat damit zu tun, dass ich mich in meiner Sprache am besten ausdrücken kann", erklärte Malolepski.

Flippers hatten "Durststrecken" und standen kurz vor der Auflösung

1969 gelang den Flippers mit "Weine nicht, kleine Eva" der erste Hit. Der Schritt in die Professionalität fiel jedoch nicht leicht. Malolepski erinnerte sich an die Entscheidung: "Ganz und gar nicht." Erst als sein damaliger Arbeitgeber ihn vor die Wahl stellte - "Bist du jetzt Werkzeugmacher oder Musiker?" - entschied er sich für die Musik. In den 1970er- und frühen 1980er-Jahren blieb der große Durchbruch zunächst aus. Die Flippers erlebten "Durststrecken und etliche Wechsel in der Band", wie Malolepski im teleschau-Interview zugab. Parallel arbeitete er zeitweise wieder in seinem zweiten Beruf und war als staatlich geprüfter Tennislehrer tätig.

Zwischenzeitlich habe man sogar überlegt, die Flippers ganz aufzulösen: "Die Menschen hörten lieber NDW, die Hallen wurden kleiner, wir hatten Schulden", erinnerte sich Malolepski. Der Wendepunkt kam Mitte der 1980er-Jahre: 1986 erreichten die Flippers mit "Die rote Sonne von Barbados" Platz eins der ZDF-"Hitparade": "Das war der Startschuss", so Malolepski, "von den Tanzlokalen schafften wir den Sprung in die Konzerthallen und Arenen."

Die darauffolgende Erfolgsgeschichte erzählte er ebenfalls stolz: "23 Top-Ten-Platzierungen in den Media-Control-Charts, 63-mal Gold und Platin, über 40 Millionen verkaufte Tonträger. Über 20 Jahre lang haben wir bei den Tourneen die größten Arenen in Deutschland ausverkauft, in die Köln-Arena kamen zu unserem 25-jährigen Bühnenjubiläum mal 17.000 Fans."

Malolepski: "Musik kann man nicht in gut und schlecht aufteilen"

Trotz der Erfolge bezeichnet Malolepski sich als bodenständig. Bereits 1971 heiratete er seine Frau Sonja, mit der er einen Sohn und eine Tochter bekam, die unter dem Künstlernamen Pia Malo ebenfalls eine Musikkarriere startete. Das verbreitete Klischee von "Sex, Drugs und Rock'n'Roll" sei "nur eine Legende",

Auch wenn Malolepski dem Schlager treu blieb, betonte er stets seine musikalische Bandbreite: "Ich mag und höre viel Rockmusik und bin breiter aufgestellt, als viele glauben." Gitarre spielt er seit seiner Jugend, seine Kinder schenkten dem Bon-Jovi-Fan eine E-Gitarre, die auch deren Ex-Gitarrist Richie Sambora spielte.

Ohnehin sehe er gar keine allzugroßen Unterschiede zwischen hartem Rock und vermeintlich seichtem Schlager: "Nehmen wir nur mal Bon Jovis 'Bed Of Roses' oder "I Just Call To Say I Love You" - jetzt sing' das mal auf Deutsch. Das würden alle sofort als Kitsch abtun", erklärte er im teleschau-Interview. "Wir singen: "Je t'aime heißt ich liebe dich" ... - Im Grunde fast dasselbe, nicht wahr? Ich plädiere für Toleranz. Musik kann man nicht in gut und schlecht aufteilen."

Quelle: teleschau – der mediendienst