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Hella von Sinnen will Mike Krüger vom Gendern überzeugen - der räumt ein: "Hast in allen Punkten recht"


Autor: Franziska Wenzlick

, Freitag, 19. Juni 2026

Vor wenigen Monaten ging Mike Krüger in einem Song hart mit den "Gender-Jüngern" ins Gericht. In ihrem Podcast "Gestatten, von Sinnen!" versuchte Hella von Sinnen nun, den Komiker von den Vorzügen der geschlechtergerechten Sprache zu überzeugen.


Plauderten Hella von Sinnen und Mike Krüger zuletzt noch fröhlich über dessen erste Begegnung mit seiner heutigen Ehefrau, eröffnet die Entertainerin ihrem Podcast-Gast nun: "Ich wollte zanken mit dir." In der zweiten Ausgabe ihres neuen Formats "Gestatten, von Sinnen!" spricht die 67-Jährige den Comedian auf dessen Song "Die Gender-Jünger" an.

"Du scheinst da ein ganz großer Feind von zu sein", merkt die Gastgeberin an und stellt klar: "Ich bin eine Freundin vom Sternchen." Sie könne Krügers Aversion gegen das Gendern nicht nachvollziehen: "Jetzt hast du eine großartige Frau, du hast eine hinreißende Tochter und deine Enkelin tritt in dieselben Fußstapfen. Du bist in einem Frauenhaushalt. Kannst du dich da nicht zu der Erkenntnis durchringen - und weißt du nicht selber als Macher seit 50 Jahren - welche Macht Sprache hat?"

Unter anderem hatte Krüger in seinem im April veröffentlichten Lied gesungen: "Hört mal zu, ihr Gender-Jünger, ich geb' euch einen Rat: Sprecht einfach weiter so wie immer, dann bleibt uns viel erspart." Von Sinnen staunt: "Kannst du dir nicht vorstellen, dass wenn wir Frauen auch in der Sprache sichtbarer werden, es durchaus einen Impact haben könnte auf die Gleichberechtigung von Frauen?"

Miek Krüger denkt "persönlich nicht viel über Frauen-Gleichberechtigung nach"

Krüger erklärt: "Da ich ja, wie du richtig gesagt hast, in so einem Frauenumfeld lebe, denke ich natürlich persönlich nicht viel über Frauen-Gleichberechtigung nach, weil wir sind alle gleichberechtigt bei Krügers." Zwar sei dem 74-Jährigen bewusst, "dass das weltweit nicht so ist", gesteht er. "Aber ich liebe auch deutsche Sprache."

Das will sein Gegenüber so nicht stehen lassen. "Deutsche Sprache ist aber auch dazu da, verändert zu werden", betont von Sinnen und weist darauf hin, "mal Germanistik studiert" zu haben. "Sprache hat sich immer wieder verändert." So sei sie selbst zu Schulzeiten noch "Fräulein" genannt worden. "Was soll das? Gibt auch keine Männlein", gibt die Moderatorin zu bedenken. "Das ist jetzt relativ selbstverständlich: Wenn jemand noch Fräulein sagt, ist das eher von gestern." Sprache könne "sehr, sehr viel", weiß die Synchronsprecherin: "Und dazu gehört auch diese Sichtbarmacherei."

"Sehe ich auch ein", behauptet Krüger - und ergänzt dann: "Aber ich bin ja deshalb so verliebt in Sprache, weil ich ja die Hälfte meins Lebens oder noch länger damit verbracht habe, Reime zu suchen ..." - "Willst du mir jetzt tatsächlich erzählen, dass du gegen das Sternchen bist, weil du keinen Bock drauf hast, bei deinen Reimen immer das '-innen' mit dranzuklöppeln?", unterbricht von Sinnen ihren Gast fassungslos.

"Muss ich denn jetzt die Frauen unbedingt noch erwähnen in der Sprache?"

Der ringt erst um Worte und verweist dann auf den "leichten Zwang" hinter dem Gendern. "Ich denke dann immer: Warum soll ich das machen?" Für ihn sei die Verwendung geschlechtergerechter Sprache "so einen Tick drüber", sagt der Komiker. "Muss ich denn jetzt die Frauen unbedingt noch erwähnen in der Sprache?"

Hella von Sinnen bleibt indessen hartnäckig. Sie "schwöre" Krüger, "dass dir das deswegen holprig vorkommt, weil wir es noch nicht so gewohnt sind". Sie sei "sicher, deine Enkelin Holly wird da in 40 Jahren überhaupt nichts mehr dabei finden. Für die wird das hoffentlich selbstverständlich werden." Da gibt sich der "Mein Gott, Walther"-Sänger dann doch geschlagen: "Ich sehe das auch ein. Du hast auch in allen Punkten recht. Wahrscheinlich wird es sogar so ein, dass Holly vielleicht irgendwann so spricht - weil es so normal geworden ist."

Eine neue Folge von "Gestatten, von Sinnen!" erscheint jeden zweiten Freitag dort, wo es Podcasts gibt.

Quelle: teleschau – der mediendienst