"Game of Thrones"-Rolle machte Kit Harrington "zu selbstsicher"
Autor: Teleschau
, Donnerstag, 10. Sept. 2026
Acht Staffeln lang spielte Kit Harington Jon Snow in "Game of Thrones". Jetzt verrät der Schauspieler im Interview, was seine berühmteste Figur für ihn mit seiner neuen Rolle gemeinsam hat.
Jon Snow und Sydney Carton haben auf den ersten Blick nicht besonders viel gemeinsam. Der eine kämpft in "Game of Thrones" gegen die Weißen Wanderer, der andere ist ein desillusionierter Londoner Anwalt in Charles Dickens' "A Tale of Two Cities" (jetzt bei MGM+). Kit Harington sieht trotzdem eine überraschende Verbindung.
"Ich glaube, ich fühle mich zu Figuren hingezogen, die nach etwas süchtig sind", erzählt der 39-Jährige im Gespräch mit der Agentur teleschau. Und dann fällt ein überraschender Satz über Jon Snow: "Jon war immer süchtig nach Ehre und Wahrheit - und danach, das Richtige zu tun."
Bei Sydney Carton ist die Sucht wesentlich konkreter. Er kämpft mit Alkohol und Substanzmissbrauch. Doch für Harington ist entscheidend, wohin sich seine Figur entwickelt. Sydney findet im Laufe der Geschichte etwas, das ihm lange gefehlt hat: einen Sinn in seinem Leben. "Darum geht es für ihn in dieser Geschichte wirklich: seinen Lebenszweck zu finden."
Sich nach Jon Snow ausgerechnet an Sydney Carton heranzuwagen, einen der berühmtesten Charaktere der englischen Literatur, erfordert allerdings auch ein gewisses Selbstbewusstsein. Das weiß Harington selbst. Es gehöre schon eine "gehörige Portion Selbstüberschätzung" dazu, zu glauben, man könne diese Rolle übernehmen, sagt er lachend im Interview. Vielleicht komme das ja von Jon Snow: Seitdem sei er wohl ein bisschen "zu selbstsicher" geworden.
Kit Harington: Steckt Charles Dickens selbst hinter den beiden Männern?
Bei der Vorbereitung auf die Serie machte Harington noch eine Entdeckung, die seinen Blick auf die Geschichte veränderte. Dickens schrieb "A Tale of Two Cities" zu einer Zeit, als er eine Beziehung mit einer jüngeren Frau hatte. Harington glaubt, dass sich der Schriftsteller deshalb in den beiden Männern der Geschichte selbst gespiegelt haben könnte.
Sydney stehe für die "dunkle, verdrehte, schuld- und schambeladene" Seite von Dickens. Charles Darnay dagegen für die "idealisierte, heroische und abenteuerlustige" Version des Mannes, der Dickens vielleicht gerne gewesen wäre. Beide lieben dieselbe Frau. Und beide sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Für Harington sind Sydney und Charles deshalb fast zwei Versionen desselben Menschen - gefangen in einem Liebesdreieck, das er als "unglaublich mitreißend und bewegend" empfindet.
Quelle: teleschau – der mediendienst