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Franziska van Almsick: "Alles, was ich selber entscheiden konnte, war, ob ich esse oder nicht"


Autor: Teleschau  

, Montag, 10. August 2026

Im Podcast von SAT.1-Moderatorin Marlene Lufen sprach Franziska von Almsick über ihre schwere Essstörung Mitte der 90er-Jahre. Die Ex-Schwimmerin schildert eine dramatische Situation, ausgelöst durch Druck aus ihrem Umfeld und der Öffentlichkeit.


Die Olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona brachten ihr im Alter von nur 14 Jahren den sportlichen Durchbruch. Doch nur wenige Jahre darauf steckte Franziska van Almsick in einer schwere persönlichen Krise. "Wenn du der Superheld bist, erzählst du nicht mal jemandem, dass es dir nicht gut", erinnerte sich die ehemalige Schwimmerin in Marlene Lufens Podcast "M wie Marlene". Van Almsick schildert, wie ihr der Erwartungsdruck und die öffentliche Aufmerksamkeit zugesetzt hätten - bis sie innerlich mit einer schweren Essstörung "rebelliert" habe.

"Ich wurde ständig beobachtet, ich wurde ständig beurteilt", berichtet die 48-Jährige über die schwierige Zeit Mitte der 90er-Jahre. Sie sei damals permanent mit Fragen konfrontiert gewesen wie: "Was hat sie an? Wie sieht sie aus? Hat sie zugenommen? Hat sie abgenommen? Ist sie erfolgreich? Ist sie nicht erfolgreich?"

Auch durch Trainingspläne und Werbedrehs habe sie sich irgendwann wie "fremdgesteuert" gefühlt: "Alles, was ich selber entscheiden konnte, war, ob ich esse oder ob ich nicht esse." In dem Moment habe ihre schwere Essstörung als Akt der stillen Rebellion begonnen: "Es traute mir niemand zu, dass ich mal nicht kann (...), weil immer alles funktioniert hatte in den letzten Jahren, und dann habe ich angefangen, nicht mehr zu essen."

Franziska van Almsick: "Ich habe gelernt, mich selbst zu lieben"

Im Podcast sprach van Almsick von einer "dramatischen" Situation. Im Tagebuch habe sie damals festgehalten, wenn sie "dreimal von Salzstangen abgebissen" habe. Nebenbei sei sie zur Schule gegangen und habe weiter trainiert, was "an die Substanz" gegangen sei. "Da habe ich gemerkt, ich habe echt ein großes Problem."

Aus der Essstörung herausgefunden habe sie schließlich mit der Hilfe einer Psychologin. Die habe ihr über eine Therapiezeit von sieben Jahren vermitteln können, "dass es um Selbstwert geht, dass es nicht darum geht, was der Trainer mir jetzt sagt (...), sondern dass es darum geht, mich so zu akzeptieren, wie ich bin."

Die zweifache Schwimm-Weltmeisterin, die heute mit ihrem Lebenspartner in Heidelberg lebt und zwei Söhne hat, habe dadurch "gelernt, mich selbst zu lieben, was ich bis dahin nicht gemacht habe". Zuvor habe sie immer das Gefühl gehabt, "dass die Menschen mich nur lieben, wenn ich gewinne, und wenn ich vorneweg laufe und wenn ich lache".

Quelle: teleschau – der mediendienst