Erstes Bond-Girl aller Zeiten: So geht es Ursula Andress heute
Autor: Stefan Weber
, Mittwoch, 18. März 2026
Das erste und wahrscheinlich größte "Bond"-Girl aller Zeiten wird 90: Die Schweizerin Ursula Andress war vor allem in den 60er- und 70er-Jahren ein gefeierter Filmstar und ist bis heute immer für eine Schlagzeile gut.
"Ich mag nicht mehr über Bond reden", sagte Ursula Andress einst der "Bild"-Zeitung. Ein bemerkenswertes Zitat - wenn man bedenkt, dass die Schweizerin dank "James Bond - 007 jagt Dr. No" ihren Durchbruch feierte. Im Grunde genommen wurde sie mit einer einzigen Szene weltberühmt: Als Muscheltaucherin Honey Ryder stieg Andress 1962 im ersten Kino-Abenteuer des britischen Geheimagenten aus dem Meer - im weißen Bikini mit Gürtel. Der Auftritt an der Seite von Sean Connery gilt bis heute als eine der bekanntesten Szenen der Filmgeschichte. Obwohl ihr die Rolle zum Durchbruch verhalf, fühlte sich Andress im Nachhinein nicht genug wertgeschätzt.
Hintergrund der Aussage war ihre damalige Bezahlung: Während der Film weltweit rund 60 Millionen US-Dollar einspielte, erhielt sie nach eigenen Angaben lediglich 10.000 US-Dollar. "Ich habe nie eine Anerkennung bekommen. Kein Danke, keinen Cent extra, nicht mal einen Strauß Blumen", sagte sie. Dass (fehlendes) Geld in ihrem Alter - Andress feiert am 19. März ihren 90. Geburtstag - noch einmal ein Thema sein könnte, wusste die Schauspielerin zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal.
Eine echte Hollywood-Diva
Dabei hatte sich Andress ihren Erfolg hart arbeitet: Am 19. März 1936 in Bern geboren, wuchs sie mit ihren fünf Geschwistern bei ihrem Großvater auf, der eine Gärtnerei besaß. Die Arbeit im Familienbetrieb sei eine harte Schule gewesen, sagte sie 2020 im Interview mit dem "Bärnerbär", aber auch Grundlage ihres Erfolgs: "In Hollywood musste ich mich ganz allein durchschlagen. Wäre mir keine Disziplin beigebracht worden, hätte ich es wohl kaum geschafft." Nach dem frühen Verlassen der Schule ging sie zunächst nach Paris, wo sie Kurse in Tanz, Zeichnen und Bildhauerei belegte.
Anschließend zog sie nach Rom und arbeitete dort als Modell für Maler und Fotografen. In dieser Zeit wurde sie auch für den Film entdeckt und spielte in mehreren italienischen Produktionen, darunter "Casanova - seine Liebe und Abenteuer" (1954). 1955 kam Andress nach Hollywood. Niemand Geringers als Marlon Brando stellte den Kontakt zur Produktionsfirma Paramount her, ein erstes Filmangebot scheiterte jedoch an ihrem Schweizer Akzent. In den USA machte sie ohnehin zunächst als Begleiterin des Schauspielers James Dean Schlagzeilen. Die Beziehung endete kurz vor dessen Unfalltod am 30. September 1955. "Er machte mir einen Heiratsantrag", sagte sie. Zwei Jahre später heiratete sie den Schauspieler John Derek, die Ehe wurde 1966 geschieden.
Ihren internationalen Durchbruch erlebte Andress 1962 mit "Dr. No", für ihre Rolle erhielt sie einen Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin. In den folgenden Jahren war sie in zahlreichen internationalen Produktionen zu sehen, häufig in Rollen, die ihr Image als verführerische Frau betonten. 1967 stand sie für "Casino Royale" noch einmal als Bond-Girl vor der Kamera, auch wenn der Film nicht zur offiziellen Reihe zählt. In den 1960er- und 1970er-Jahren war Andress regelmäßig in internationalen Filmproduktionen präsent, einer ihrer letzten großen Kinoerfolge war "Kampf der Titanen" (1981). Später verlagerte sich ihre Arbeit zunehmend auf Fernsehproduktionen, so war sie unter anderem in der deutschen Produktion "Peter der Große" (1985/1986) und die US-Serie "Falcon Crest" (1988) zu sehen.
Größere Schlagzeilen als ihre Rollen machte aber oft ihr Privatleben: Nach der Trennung von John Derek hatte sie eine mehrjährige Beziehung mit Jean-Paul Belmondo. 1980 bekam sie im Alter von 44 Jahren einen Sohn mit dem Schauspieler Harry Hamlin.
Ursula Andress: "Mir geht es sehr schlecht"
Inzwischen lebt Andress zurückgezogen in Rom und tritt nur noch selten öffentlich auf, Interviews gibt sie nur selten. Zuletzt sorgte ein Rechtsstreit für Schlagzeilen. Nach eigenen Angaben wurde Andress um rund 18 Millionen Franken (umgerechnet etwa 20 Millionen Euro) betrogen. Ihr ehemaliger Vermögensverwalter soll Gelder in fragwürdige Anlagen investiert und sie darüber nicht informiert haben.