Ehemaliger Disco-Star hat Geburtstag: Was wurde aus Penny McLean?
Autor: Teleschau
, Mittwoch, 04. November 2026
Als Solo-Künstlerin und Mitglied von Silver Convention feierte sie Charterfolge, sogar Disco-Legende Giorgio Moroder wollte mit ihr zusammenarbeiten. Dann zog sich Penny McLean aus dem Musikgeschäft zurück. Das macht sie heute.
Es könnte sein, dass Penny McLean heute 80 wird. Zumindest ist 1976 das wahrscheinlichere der beiden Geburtsjahre, die im Internet kursieren, wenn man nach ihrem Namen sucht. Das andere - 1978 - hingegen könnte das Ergebnis einer alten Praxis sein, nach der Künstlerinnen sich in der Öffentlichkeit ein paar Jährchen jünger machten - wenn es nicht ihr Management für sie tat.
Das ist jedoch pure Spekulation. McLean hat sich nie öffentlich zu ihrem tatsächlichen Geburtsjahr geäußert. Fest steht, dass die im österreichischen Klagenfurt geborene Musikerin und Autorin am 4. November Geburtstag feiert. Und dass, ob es sich jetzt um den 78. oder 80. handelt, dies keine Auswirkung darauf hat, was für eine beachtenswerte Karriere sie hingelegt hat.
Giorgio Moroder bot Penny McLean einen Vertrag an
Bereits in den 60er-Jahren machte McLean - bürgerlicher Name: Gertrude Haberl - eine musikalische Ausbildung. Klavier, Gitarre, Flöte, Gesang: Für die junge Musikerin alles kein Problem. Mit ihrem Ehemann Holger Münzer performte sie Folk und Chansons. Nach dem Ende der Ehe - und damit des Duos - gründete sie die Band Penny Box, die auch als Penny Explosion auftrat. Die Gruppe veröffentlichte jedoch keinen einzigen Tonträger. Was blieb, war der Name - oder zumindest ein Teil davon. Fortan nannte sie sich Penny McLean.
1975 schließlich wurde sie Mitglied der Münchner Disco-Formation Silver Convention. Diese war bereits 1974 von dem Produzenten Michael Kunze und dem Songwriter Sylvester Levay gegründet worden. Zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden bisher ausschließlich mit Session-Musikerinnen am Mikro gearbeitet. Als sie realisierten, dass sie für langfristigen Erfolg auch feste Gesichter brauchten, die ihr Projekt präsentierten, engagierten sie neben dem Ex-Humphries-Singers-Mitglied Linda G. Thompson und der Schlagersängerin Ramona Wulf auch Penny McLean.
Zuvor hatte niemand Geringeres als Disco-Legende Giorgio Moroder McLean angeboten, sie unter Vertrag zu nehmen. Stattdessen arbeitete sie mit Kunze zusammen - und schrieb selbst ein kleines Stück Disco-Geschichte. Die Single "Fly, Robin, Fly" verkaufte sich in den USA mehr als eine Million Mal und belegte dort den ersten Platz der Billboard Charts. Für Michael Kunze ging der Erfolg in den Vereinigten Staaten mit dem Gewinn eines Produzenten-Grammys einher.
Auch solo war Penny McLean erfolgreich
Parallel startete Penny McLean eine erfolgreiche Solokarriere. Die Hit-Single "Lady Bump" belegte nicht nur den ersten Platz der deutschen Singles-Charts, sie kreierte mit dem "Bump" sogar einen eigenen Modetanz. Auch die Single "1-2-3-4... Fire!" schaffte es in die deutschen Top 10.
Die Erfolgsgeschichte von Silver Convention ging zunächst ebenfalls weiter. Auch "Get Up And Boogie" wurde zum Hit, mit "Telegram" trat die Gruppe 1977 beim Eurovision Song Contest an. Es reichte immerhin für einen respektablen achten Platz. McLeans zweiter Versuch, an dem berühmtesten Musikwettbewerb Europas teilzunehmen scheiterte jedoch: Ihr Solo-Song "Tut Ench Amun" konnte sich beim Luxemburger Vorentscheid nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen.