"Das ist vorbei": Tote Hosen sprechen in den "Tagesthemen" über letztes Studioalbum

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Die Toten Hosen in den ARD-"tagesthemen"
In den "tagesthemen" hat Ingo Zamperoni (r.) mit dem Bassisten Andi Meurer (l.) und Sänger Campino gesprochen.
ARD
Die Toten Hosen
Die Toten Hosen haben mit "Trink aus, wir müssen gehen!" ihr letztes Studioalbum aufgenommen.
Donata Wenders

Die Toten Hosen haben ihr letztes Studioalbum "Trink aus, wir müssen gehen!" aufgenommen. Im "tagesthemen"-Interview mit Ingo Zamperoni sprach die Band nun über den Entschluss und warum es wohl kein Comeback geben wird.

"Trink aus, wir müssen gehen!" - so lautet der Titel des neuen Studioalbums der Toten Hosen. Nach über 40 Jahren macht die Band Schluss - jedenfalls mit dem Produzieren neuer Alben. In den ARD-"tagesthemen" haben Sänger Campino (63) und Bassist Andi Meurer (63) mit Moderator Ingo Zamperoni über die Entscheidung gesprochen.

Auf Nachfrage von Zamperoni, wie groß die Wehmut innerhalb der Band derzeit sei, erklärte Campino: "Zurzeit können wir das ganz gut wegdrücken." Die Band steht kurz vor dem Tourauftakt in Prag - "da kann man sich jetzt keine Sentimentalitäten erlauben", so der Sänger.

Doch der 63-Jährige, der vor Kurzem erneut Vater wurde, weiß, dass sich das noch ändern kann: "Wenn der Sommer sich dem Ende neigt und wir eine größere Pause haben, dann wird das schon reinknallen und dann muss man das, glaube ich, erst einmal sacken lassen."

Campino: "Im Zweifelsfall ist es besser, zu früh zu gehen, als zu spät"

Die Entscheidung, dass "Trink aus, wir müssen gehen!" das letzte Studioalbum der Band wird, habe man gemeinsam getroffen. Es habe immer Konsens darüber gegeben, "dass wir uns das Ende selber setzen wollen." Campino merkte jedoch an: "Unstimmig waren wir, wann der richtige Zeitpunkt ist."

Dennoch sei es, da sind sich die Düsseldorfer sicher, "im Zweifelsfall besser, zu früh zu gehen, als zu spät". Campino: "Die Idee ist: Mit Vollgas über die Ziellinie, und nicht abgekämpft. Das können wir jetzt noch garantieren."

Ingo Zamperoni hakte nach: Viele Musiker und Musikerinnen hätten nach einem verkündeten Abschied noch einmal ein Comeback gefeiert - wäre das auch bei den Toten Hosen möglich? Campino: "Leuten, die Ü60 sind und 45 Jahren zusammen waren, denen sollte man eine gewisse Ernsthaftigkeit bei so einem Entschluss schon abnehmen."

Eine Hintertür ließ sich die Band aber offen: Auf die Frage, ob sie weiterhin Musik produzieren würden, erwiderte Campino: "Das ist alles noch offen. Diese Schlussakzente sind noch nicht ausüberlegt." Man gehe jetzt "natürlich Richtung Ausgang", so der Sänger. "Wir werden 100 Prozent unser letztes Konzert in Südamerika geben im Oktober. Da können wir das schon mal üben, was es heißt, endgültigen Abschied von der Bühne zu nehmen", so der Sänger, der die Entscheidung als "schrittweisen Rückzug" bezeichnete.

Mit Hinblick auf ihr politisches Engagement merkte Campino an, man werde auch weiterhin privat "Courage zeigen". Auch die Teilnahme an Benefizkonzerten schließe man für die weitere Zukunft nicht aus. Er betonte: "Wenn es brennt und die Stadt ruft uns, sind wir für viele Sachen da." Gleichzeitig erklärte er: "Aber dieses normale Leben als Tote Hosen und 'Wir reflektieren das, was wir erlebt haben' - das ist vorbei."

Quelle: teleschau – der mediendienst