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Claudia Obert ist aus der CDU ausgetreten - und rechnet mit Friedrich Merz ab


Autor: Teleschau  

, Dienstag, 08. Sept. 2026

"In jedem Unternehmen würde er sofort gefeuert werden": Claudia Obert geht mit Bundeskanzler Friedrich Merz hart ins Gericht - und begründet so ihren Austritt aus der CDU. Eingetreten in die Partei war die Reality-TV-Darstellerin erst vor wenigen Jahren.


Vor rund fünf Jahren trat Claudia Obert in die CDU ein - auch weil sie fand, der damalige Parteivorsitz-Bewerber Friedrich Merz sei "der richtige Typ", um die Union voranzubringen. Jetzt ist die aus vielen TV-Shows bekannte Unternehmerin aus der Partei ausgetreten - offenbar aus Verbitterung über den Kurs von Kanzler Merz.

"Weil die CDU versagt hat, hat die AfD Aufwind", erklärte die 64-Jährige ihren Schritt gegenüber "Bild". Die für die Union verheerende Landtagswahl von Sachsen-Anhalt deutet sie so: "Die meisten Leute wissen gar nicht, was sie da wählen, die kotzt einfach nur alles an. Es ist eine reine Protestwahl, was man ja auch verstehen kann."

Mit Friedrich Merz, einst hier Hoffnungsträger, rechnete Obert ab: "Ich habe das Gefühl, er macht Politik zum Selbstzweck. Die Leistung ist mangelhaft. In jedem Unternehmen würde er sofort gefeuert werden. Er hatte nur eins im Sinn: Kanzler zu werden."

"Merz hat noch nie an der Front gearbeitet"

In der Koalition werde mit der SPD "wird immer nur der kleinste gemeinsame Nenner gesucht". Das Regierungsbündnis habe noch "keinen einzigen Big Point" gemacht. Obert: "Sie reden über Reformen, aber es finden keine statt. Und wenn überhaupt, dann sind sie wirkungslos. Das Land ist dermaßen reformbedürftig. Es ist alles nur ein Flickenteppich, aber nichts Großes."

Als typisches Beispiel für eine verpatzte Reform nannte Mode-Unternehmerin die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Fehltag: "Jeder Arzt ist auch Geschäftsmann und schreibt den Arbeitnehmer krank, damit er wieder abzischt. Und dann gleich für eine ganze Woche. Sonst wäre der Arbeitnehmer vielleicht nur einen Tag zu Hause geblieben." Die Hamburgerin findet das Ansinnen hinter der Reform "weltfremd" und erklärt es sich so: "Merz hat noch nie an der Front gearbeitet."

Claudia Obert beklagt sinkenden Umsatz bei steigenden Kosten

Claudia Obert, die seit Langem als Verehrerin von Einheits-Kanzler Helmut Kohl gilt, wurde dem TV-Publikum ab den 2010er-Jahren durch ihre Teilnahme an diversen Reality-Shows bekannt. Unter anderem trat sie bei "Promi Big Brother", "Promis unter Palmen" (beides SAT.1) und "Das Sommerhaus der Stars" (RTL) auf. Dort erarbeitete sie sich einen Ruf als trink- und feierfreudige Society Lady.

Einen Blick für die weniger betuchten Menschen hat sich die gebürtige Freiburgerin aber offenbar doch bewahrt: "Eine Krankenschwester sollte sich einen Friseurbesuch noch leisten können. Selbst ein Restaurantbesuch ist für viele nicht mehr drin", sagte sie gegenüber "Bild". Sie habe ihn ihrer Boutique "sehr viel Kontakt mit ganz normalen Menschen". Obert: "Die sind alle unzufrieden. Und ich bin es genauso. Mein Umsatz ging von 5 Millionen auf 3,4 Millionen runter. Aber meine Kosten bleiben. Und steigen sogar ständig."

Quelle: teleschau – der mediendienst