Druckartikel: Boris Becker kritisiert deutsche WM-Nörgelei: "Wir sind nicht der Nabel der Welt"

Boris Becker kritisiert deutsche WM-Nörgelei: "Wir sind nicht der Nabel der Welt"


Autor: Jens Szameit

, Mittwoch, 15. Juli 2026

In den Stadien und außerhalb elektrisiert die Fußball-Weltmeisterschaft die Menschen, nur in Deutschland "kam nicht so wirklich WM-Atmosphäre auf" - glaubt Boris Becker. Schuld daran sei die viele Kritik im Vorfeld des Turniers.


Dass Tennis-Legende Boris Becker auch ein Herz für den Fußball hat, ist nicht neu. Von der Atmosphäre bei der Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA zeigte sich der dreifache Wimbledon-Gewinner nun regelrecht begeistert. Im Podcast "Kerners 11" von MagentaTV-Moderator Johannes B. Kerner schwärmte Becker von einem "Fest der unterschiedlichen Nationen".

Gerade kleinere Länder wie Kap Verde hätten die Chance ergriffen zu zeigen: "Wir sind auch gut, wir sind stolz auf unser Land." Das habe ihm sehr gut gefallen. Erwartet hatte der 58-Jährige einen solch positiven Verlauf offenbar nur bedingt: "Wer hätte gedacht, dass die Fußball-WM so gut ankommt in Amerika? Das lag aber an den ausländischen Gästen."

Boris Becker: "Es kam nicht so wirklich WM-Atmosphäre auf, und ich finde das schade"

Nur bei den Deutschen sei von der positiven Stimmung rund ums Turnier nicht viel angekommen. Das liege daran, dass die WM im Vorfeld "doch sehr kritisiert" worden sei. In der Tat waren in vielen Medienberichten unter anderem die Kommerzialisierung, die Turnier-Größe sowie die Nähe zwischen FIFA-Boss Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump thematisiert worden. Das sei nicht ohne Folgen geblieben, glaubt der frühere Weltklasse-Tennisspieler.

"Es kam nicht so wirklich WM-Atmosphäre auf, und ich finde das schade", sagte Becker und forderte: "Da müssen wir als Deutsche echt dazulernen. Wir sind nicht der Nabel der Welt." Fußball sei der wichtigste Sport, noch vor Tennis, und eine WM sei "ein Fest für die ganze Welt". Becker: "Es darf im Namen des Fußballs auch gefeiert werden."

Quelle: teleschau – der mediendienst