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Belastender Dreh: "All Her Fault"-Star Jake Lacy musste "einfach wieder aus dieser Welt" raus


Autor: Teleschau  

, Dienstag, 13. Januar 2026

In der Thriller-Serie "All Her Fault" wird die größte Angst aller Eltern wahr: Ein Kind verschwindet. Wie Hauptdarsteller Jake Lacy, selbst Vater, mit dem emotional fordernden Dreh umgegangen ist, verrät er im Interview.


Nach außen ist alles makellos: ein schönes Haus, eine funktionierende Ehe, ein Kind, das behütet aufwächst. Doch "All Her Fault" zeigt, wie schnell diese Illusion zerbricht. Die neue Thriller-Serie, die ab sofort auf HBO Max zu sehen ist, beginnt mit einem Albtraum, den jede Mutter und jeder Vater fürchtet: Ein Kind verschwindet spurlos nach einem harmlosen Playdate.

Für Jake Lacy ("The White Lotus"), der in der Serie den Vater Peter Irvine spielt, war genau diese Spannung der Grund, warum er nicht lange zögerte. "Ich fand die Figur unglaublich komplex", sagt der 39-Jährige im Gesprächt mit der Nachrichtenagentur teleschau. "Mich hat gereizt, einen Mann zu spielen, den viele sofort als narzisstisch oder unrettbar abstempeln würden - und trotzdem zu versuchen, ihn menschlich zu erzählen."

"All Her Fault" ist dabei weit mehr als ein klassischer Krimi. Die Serie seziert Privilegien, Macht und fragt, wie viel Kontrolle wir wirklich über unser Leben haben. Und sie stellt eine weitere unbequeme Frage: Wer trägt die Schuld, wenn etwas Unvorstellbares passiert? Gerade dieser Aspekt hat Lacy besonders angesprochen. "Die Skripte waren fantastisch", sagt er. "Und dann kam noch Sarah Snook dazu - eine unglaubliche Schauspielerin und ein großartiger Mensch. Da wäre es verrückt gewesen, Nein zu sagen." Snook ist unter anderem aus der Serie "Succession" (2018-2023) bekannt.

Jake Lacy brauchte einen Ausgleich vom "All Her Fault"-Dreh

Für Lacy, selbst Vater, war die Arbeit an der Serie emotional fordernd - auch wenn er bewusst Abstand zur eigenen Realität hielt. "Natürlich weiß ich, dass es nur eine Serie ist", gesteht er gegenüber teleschau. "Aber fünf Monate lang jeden Tag diese Angst zu spielen - das sitzt im Magen." Um nach den Drehs abzuschalten, suchte er Ausgleich: lange Läufe, Sport, gemeinsames Essen mit dem Cast. "Und ich habe mir eine billige Gitarre gekauft, um abends einfach wieder raus aus dieser Welt zu kommen", erzählt er. "Was es am Ende erträglich - und sogar schön - gemacht hat, war die Arbeit mit Menschen, denen ich vertraue."

Privat habe ihn die Serie allerdings kaum "paranoider" gemacht, gibt der Schauspieler schmunzelnd zu. "Ich bin sowieso schon übervorsichtig", sagt er. "Ich will immer alles wissen: Wer sind die Leute, mit denen meine Kinder zu tun haben? Wo wohnen sie? Was ist ihre Geschichte? Ich muss mich eher selbst beruhigen als andersherum."

Besonders aktuell wirkt "All Her Fault" auch durch den Blick auf öffentliche Schuldzuweisungen. Für Lacy ist klar, dass soziale Medien diesen Mechanismus verstärken. "Social Media ist nicht für Austausch gebaut", sagt er offen. "Es geht darum, Empörung zu erzeugen, damit wir möglichst lange bleiben. Wir schreien unsere Meinungen lauter als früher - aber das bringt uns nicht näher zu Verständnis oder Mitgefühl."

Jake Lacy will "keine klaren Helden oder Schurken" spielen

Dass der 39-Jährige immer wieder Figuren spielt, die zwischen richtig und falsch schwanken, ist kein Zufall. "So sind Menschen nun mal", sagt er. "Wir sind chaotisch, widersprüchlich, wir machen Fehler. Mich interessieren keine klaren Helden oder Schurken. Mich interessieren Menschen, die versuchen, das Richtige zu tun - und dabei scheitern."

Vielleicht liegt genau darin die Stärke von "All Her Fault": Die Serie zwingt ihr Publikum, genauer hinzusehen - und nicht vorschnell zu urteilen.

Quelle: teleschau – der mediendienst