"Bedroht, beschimpft, beschmissen": Kaulitz-Brüder beklagen früheren Umgang mit Tokio Hotel
Autor: Franziska Wenzlick
, Donnerstag, 02. Juli 2026
Als sie ihre erste Single veröffentlichten, waren Bill und Tom Kaulitz noch nicht einmal 16 Jahre alt. In einem Interview sprachen die beiden Tokio-Hotel-Stars nun über die "Zustände", denen sie als junge Musiker ausgesetzt waren.
Heute, sagt Bill Kaulitz, sei er in einer "Bubble unterwegs, wo alles schön ist". Im "Spiegel"-Interview sprechen der Tokio-Hotel-Frontmann und sein Bruder Tom jedoch auch von Zeiten, in denen dies nicht der Fall gewesen sei. "Wir kommen aus einer ganz anderen Zeit. Wir sind als junge Band bedroht worden, beschimpft, beschmissen", erklärt Bill auch im Hinblick auf seine sexuelle Orientierung, die er in den frühen Jahren seiner Karriere vor der Öffentlichkeit verbarg.
"Es hat sich - auch im Entertainment - viel zum Positiven getan", sagt auch Tom Kaulitz. "Zwar waren wir als junge Band auch in einer Bubble, nämlich abgeschirmt durch Securitys. Aber die Zustände kann man trotzdem mit heute nicht mehr vergleichen." Der 36-Jährige ist überzeugt: "Heute könntest du Kinder auf der Bühne nicht mehr mit Eiern beschmeißen."
"Wir bekomen ja immer nur kleine Puzzleteile mit"
2005 veröffentlichten Tokio Hotel ihr Debütalbum "Schrei", danach stiegen sie binnen kürzester Zeit zum internationalen Pop-Phänomen auf - und zu einem der erfolgreichsten deutschen Musik-Exporte. Von Beginn an standen die Zwillingsbrüder Tom und Bill im Vordergrund, daran hat sich bis heute nichts geändert.
Ob es sich bei Deutschland heutzutage im Allgemeinen um ein sichereres Land handle, können die beiden Wahl-Amerikaner nicht beantworten. So sagt Bill im "Spiegel"-Gespräch, dass er und sein Bruder "die echte Welt" ihres früheren Heimatlandes "kaum kennen". Der Sänger erklärt: "Wir sind hier immer in geschlossenen Räumen, in dunklen Autos, in Flugzeugen." Es sei "schwierig, unser Leben in Deutschland damals mit dem Deutschland von heute zu vergleichen", pflichtet Tom Kaulitz seinem Bruder bei. "Wir bekommen ja immer nur kleine Puzzleteile mit."
Zwar fühle sich Deutschland immer noch nach Heimat an, offenbart Bill. Gleichzeitig räumt er ein: "Vielleicht sind das auch eher Erinnerungen. Zu Mama fahren, Senfeier essen, Weißwurst, lecker." So kämen die in Leipzig geborenen Musiker "eher als Touristen" in ihr einstiges Zuhause zurück.
Quelle: teleschau – der mediendienst