Songs von Udo Lindenberg überraschend neu interpretiert
Autor: Christiane Bosch, dpa
, Freitag, 08. Mai 2026
In diesen Tagen dreht sich viel um Udo Lindenberg. Der Panikrocker wird Mitte Mai 80 Jahre alt. Pünktlich zum Geburtstag gibt es nun ein Tribute-Album: seine Lieder mit der Handschrift von anderen.
Dieses Tribute-Album fühlt sich an wie eine gelungene Sonderausgabe der Vox-Sendung «Sing mein Song – das Tauschkonzert – die Udo-Lindenberg-Edition». Ins Tonstudio wurde eine illustere Mischung aus Künstlerinnen und Künstlern mehrerer Generationen geladen. Ob Filmmusik-Ikone Hans Zimmer, das Countryrock-Duo BossHoss, Punkrockerin Deine Cousine, Sängerin Lara Hulo oder Reggae-Sänger Gentleman – die Interpreten könnten kaum verschiedener sein. Und genau das macht das Album «We love Udo» so besonders.
Aber von vorn: Udo Lindenberg wird Mitte Mai 80 Jahre alt. Das Tribute-Album ist ein Geschenk seiner langjährigen Wegbegleiterin und Musikmanagerin Rita Flügge-Timm. Sie hat 24 Musikerinnen und Musiker zusammengetrommelt und ihnen zur Auswahl eines Liedes quasi einen Auszug aus dem riesigen Katalog der rund 600 weitgehend bekannten Liedern von Udo vorgelegt.
Seit mehr als 60 Jahren macht der Panikrocker Musik. Sein erstes Album – damals noch auf Englisch – erschien 1971, es folgten 40 Studioalben. Das erste Nummer-1-Album schaffte er allerdings erst im Alter von 61 mit «Stark wie Zwei». Sein erster Nummer-1-Hit gelang ihm später: «Komet», aufgenommen im Alter von 76 Jahren mit Apache 207. Kein deutsches Lied stand zuvor so lange auf Platz eins der deutschen Single-Charts.
Das Tribute-Album lässt genau diese sagenhafte Karriere Revue passieren und vereint die wichtigen Klassiker mit Songs, die heute nicht (mehr) so bekannt sind.
Wer singt was?
Filmmusik-Meister Hans Zimmer nimmt einmal «Komet» auseinander, ergänzt das große Orchester und noch ein bisschen Drama. Und macht daraus ein imposantes Werk, zu dem man sich einen tollen Film wünscht.
Rapperin Céline schreibt «Plan B» kurzerhand an vielen Stellen um und erzählt die Geschichte stattdessen aus einer weiblichen Perspektive. Soul- und Funkexperte Jan Delay bringt noch mehr Groove in «Er wollte nach London».
Der Hamburger Sänger Max Giesinger wagt sich an «Ich lieb' dich überhaupt nicht mehr» und gibt dem Song ein bisschen mehr Geschwindigkeit und den typischen Giesinger-Gitarren-Rock-Anstrich.