Wie Simon Verhoeven den Tod seines Vaters im Film verarbeitet – und wie Senta Berger auch am Filmset ihre Muttergefühle zeigt. Ein Gespräch anlässlich des Kinostarts von «Ach, diese Lücke».
Der Dreh der Literaturverfilmung «Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke» mit seiner Mutter Senta Berger war für Regisseur Simon Verhoeven eine sehr persönliche Angelegenheit. «Mir wurde ja selbst eine sehr große Lücke in mein Leben gerissen», sagte der Filmemacher der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf den Tod seines Vaters Michael Verhoeven im April 2024.
«Es hat mir einen anderen Blick gegeben auf dieses ganze Thema: Wie geht man mit so einer Lücke um? Kann man diese Lücke überhaupt wieder füllen? Wie kann man auch wieder zuversichtlich weiterleben?»
Leichtigkeit trotz der Lücken
Das ist für den Münchner auch eine zentrale Frage des Films, der nun im Kino läuft: «Wie kann man trotz dieser Lücken, die einem in die Herzen gerissen werden, die wir alle kennen, Zuversicht, Humor und Leichtigkeit finden? Es geht ja nicht nur um die Menschen, die wir verlieren im Leben. Es geht auch um die Träume und Sehnsüchte, von denen wir uns alle immer wieder verabschieden müssen».
Vollständige Heilung gibt es aber nach Meinung Verhoevens nicht. «Man kann all diese Lücken niemals ganz schließen. Man kann nur lernen, damit zu leben, und genau diese Lücken machen uns zu den Menschen, die wir sind.»
Emotionen auf dem Heimweg
«Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke» ist die Verfilmung eines Romans von Joachim Meyerhoff.
Besonders eindrücklich ist der Filmmoment, in dem der Großvater der Hauptfigur Joachim in einem Sarg aus dem Haus getragen wird, während dessen Frau vom Balkon oben zusieht.
«Das war eine Szene, die ich vom Tod meines eigenen Vaters so wahnsinnig einprägsam und einschneidend in Erinnerung habe, dieses nüchterne, sachliche Raustragen des Vaters aus dem Haus. Der letzte Abschied aus dem Haus, er wird nie wieder in dieses Haus kommen», erinnert sich der Filmemacher.