Satirische Serie «Bait»: Riz Ahmed will James Bond werden
Autor: Philip Dethlefs, dpa
, Mittwoch, 25. März 2026
Ein erfolgloser Schauspieler spricht für die Rolle als 007 vor. Doch als sein Name durch die Medien geht, gerät sein Leben aus den Fugen. Riz Ahmed ließ sich für «Bait» vom eigenen Leben inspirieren.
Es ist eine der begehrtesten Rollen der Filmgeschichte. Die Suche nach einem neuen James-Bond-Darsteller sorgt jedes Mal für wilde Spekulationen. Britische Boulevardmedien berichteten immer wieder über Stars, die angeblich schon unterschrieben hätten. Die Meldungen erwiesen sich als frei erfunden. Zuletzt wurden Aaron Taylor-Johnson, Callum Turner und Jacob Elordi als mögliche Kandidaten gehandelt. Wann tatsächlich die Entscheidung fällt, wer in Bond 26 die Hauptrolle spielt, ist offen.
Nur wenige Schauspieler verkörperten den ikonischen Geheimagenten im Kino, bisher waren alle weiß. In Medien kursierten in den vergangenen Jahren aber auch Namen nicht-weißer Darsteller. Einer davon war Riz Ahmed («Rogue One», «Sound Of Metal»). Der Brite mit pakistanischen Wurzeln hat eine Miniserie über diese Erfahrungen gemacht.
Die Serie «Bait» mit sechs Folgen bei Prime Video dreht sich um einen Schauspieler, der hofft, der nächste James Bond zu werden.
James Bond als Symbolfigur
«Im Kern ist es eine Geschichte über Selbstliebe, und James Bond ist ein Symbol – ein Archetyp für Unverletzlichkeit und eine Art Superheldenstatus», sagt Ahmed im Interview der Deutschen Presse-Agentur in London. «Meine Figur versucht so zu sein, weil sie eigentlich das genaue Gegenteil von James Bond ist: verletzlich, chaotisch, unsicher und unentschlossen. Letztlich geht es um die Kluft dazwischen, wer wir gern wären, und wer wir wirklich sind.»
Die hässliche Seite des Hypes
Ahmed spielt Shah Latif, einen erfolglosen Schauspieler, der einst einen Nachwuchspreis gewann und inzwischen kaum noch seine Rechnungen bezahlen kann. Er lebt in West-London in einer kleinen Wohnung – ein Insider: Es handelt sich um das «Goldfinger Building» in Ladbroke Grove – und hofft auf den Durchbruch. Auf der Straße wird er mit Dev Patel («Slumdog Millionaire») verwechselt.
Beim Casting für den nächsten 007 winkt die große Chance. Doch Shah hat einen Blackout: Sein Text fällt ihm nicht ein. Nach dem verpatzten Vorsprechen läuft er bewusst an den Paparazzi vorbei. Wenig später ist sein Foto in allen Medien, und er wird als erster nicht-weißer 007 gehandelt.
Doch der Online-Hype hat auch eine hässliche Seite: In sozialen Medien hagelt es negative Kommentare. Kurz darauf wird seine Familie Opfer eines rassistischen Angriffs. Shahs Leben gerät innerhalb kürzester Zeit außer Kontrolle. Er gerät in eine Existenzkrise und muss sich fragen, wie weit er für die Rolle zu gehen bereit ist.