Rosalía, Bad Bunny & Co.: Warum Latin Pop die Welt erobert
Autor: Lukas Dubro, dpa
, Freitag, 30. Januar 2026
Eine Erfolgswelle spanischsprachiger Musik gibt es schon länger, bei den Grammys darf nun Bad Bunny auf weitere Preise hoffen. Warum begeistern Latin-Pop-Künstler eigentlich gerade so viele Hörer?
Spanischsprachige Künstler erleben weltweit einen Höhenflug. Bad Bunny steht im Februar auf einer der größten Bühnen der Welt, bei der Halftime Show des Super Bowl, und singt dort als erster Headliner überhaupt komplett auf Spanisch. Bei der Grammy-Verleihung am Wochenende ist er sechsmal nominiert.
Der Puertoricaner ist der erste spanischsprachige Künstler, der bei den Grammys Nominierungen in mehreren Top-Kategorien gleichzeitig erhielt. Der 31-Jährige mischt Reggaeton, Latin Trap und Pop und füllt weltweit Stadien. Im Dezember führte er erneut die Spotify-Jahrescharts als meistgestreamter Künstler weltweit an.
Sofort ausverkaufte Konzerttickets
Die spanische Sängerin Rosalía löste kürzlich mit ihrem neuen Album «Lux» Schockwellen in den sozialen Medien und im Feuilleton aus. Tickets für ihre Deutschland-Konzerte waren innerhalb weniger Minuten ausverkauft, viele Fans gingen leer aus. Bei Bad Bunny, der im Juni nach Düsseldorf kommt, war es ähnlich.
Sie sind nicht die ersten spanischsprachigen Popstars - und doch ist diesmal vieles anders. Bad Bunny und Rosalía sind nur zwei prominente Beispiele einer Bewegung, die die Charts längst nicht mehr nur in Spanien und Lateinamerika dominiert. Doch warum sind diese Künstler so beliebt? Was zeichnet sie aus – und wo fing das alles eigentlich an? Liegt es vor allem an ihrer guten Musik?
«Despacito» als Urknall
Grundsätzlich beschreibt Latin Pop Musik, die Pop-Melodien mit lateinamerikanischen Rhythmen verbindet. Als Ausgangspunkt für die Renaissance des Genres gilt vielen der Song «Despacito» der Puerto Ricaner Luis Fonsi und Daddy Yankee – genauer der Remix mit dem kanadischen Megastar Justin Bieber, der im April 2017 erschien.
Er wurde zum ersten spanischsprachigen Nummer-eins-Hit in den USA seit «Macarena» 1996. Auf Youtube sammelte der Song binnen Monaten rund 3,5 Milliarden Klicks; in Deutschland wurde er zum Sommerhit des Jahres.
Entscheidend dürfte in diesem Fall die Unterstützung durch einen prominenten Musiker gewesen sein. «Ich glaube definitiv, dass es ein Davor und ein Danach gab … aber ich werde die Latin-Bewegung niemals als meinen alleinigen Verdienst beanspruchen», sagte Luis Fonsi dem Magazin «Forbes».