«Pressure»: Ein Wetterbericht am D-Day schreibt Geschichte
Autor: Sabrina Szameitat, dpa
, Mittwoch, 16. Sept. 2026
Wie wird das Wetter? Im Thriller «Pressure» hängt davon ab, ob die Invasion in die Normandie gelingt oder nicht. Das ist erstaunlich spannend – obwohl man längst weiß, wie es ausgegangen ist.
Es ist schon eine Kunst, einen Film, dessen Ende man bereits kennt, spannend zu halten. Besonders, wenn es auch noch um das Wetter geht. Der neue Thriller «Pressure» gehört zu genau solchen Filmen – und er beweist, dass es auf jeden Fall funktionieren kann.
«Pressure» (auf Deutsch: «Druck») erzählt von den Ereignissen vor dem D-Day im Jahr 1944, der den Auftakt der Befreiung Frankreichs und Westeuropas von der Nazi-Herrschaft markiert. Der Beginn der Invasion war ursprünglich für den 5. Juni 1944 angesetzt, wurde wegen des Wetters aber auf den 6. Juni verschoben.
Wie wird das Wetter? Es steht viel auf dem Spiel
Deshalb nimmt der neue Film von Anthony Maras («Hotel Mumbai»), der auf dem gleichnamigen Theaterstück von David Haig basiert, die meteorologischen Prognosen in den Blick. Die Geschichte hat einen historischen Kern, ist jedoch fiktionalisiert.
Klar ist, dass das Wetter ein unwägbarer Faktor bleibt. Es entscheidet maßgeblich mit darüber, ob die Invasion der Alliierten in der Normandie gelingt oder nicht. Der Deutsche Wetterdienst schreibt rückblickend über die Bedeutung der Prognose, es könne mit Fug und Recht behauptet werden, «dass diese Wettervorhersage im Jahr 1944 eine der wichtigsten in der Geschichte werden sollte».
Es steht also sehr viel auf dem Spiel. Das weiß auch der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Westeuropa und der spätere US-Präsident Dwight D. Eisenhower, verkörpert von Oscar-Preisträger Brendan Fraser («The Whale»). Er muss entscheiden, ob die Invasion wie geplant beginnen kann oder verschoben werden muss.
Machtkämpfe zwischen den Meteorologen
Drei Tage vor dem angesetzten Termin soll Großbritanniens oberster Meteorologe James Stagg (Andrew Scott) daher eine Wetterprognose erstellen und eine klare Einschätzung geben. Doch Stagg prallt als neuer leitender Meteorologe schnell auf Widerstände, auch und vor allem im eigenen Team.
Besonders der rivalisierende US-Meteorologe Irving P. Krick (Chris Messina) stellt ihn auf die Probe. Denn die beiden setzen auf völlig unterschiedliche Methoden. Während Stagg mit seinem Team alle möglichen aktuellen, meteorologischen Daten zahlreicher Wetterstationen analysiert, leitet Krick aus historischen Wetterkarten seine Prognosen ab.