Der Popklassiker «Never Gonna Give You Up» machte Rick Astley weltberühmt – und später dank eines Internet-Memes zur Kultfigur. Doch eigentlich ist der britische Sänger ein Rocker.
Gelegentlich kann man Rick Astley in ungewohnter Rolle erleben. Dann sitzt er am Schlagzeug und singt einen Kracher von AC/DC. Oder er spielt Gitarre und schmettert etwas von den Foo Fighters. Aber egal, wo der britische Sänger auftritt – sein unsterblicher Hit «Never Gonna Give You Up», mit dem seine Karriere begann, darf niemals fehlen. Die Debütsingle toppte in mehr als 25 Ländern die Charts und machte Astley, der am 6. Februar 60 Jahre alt wird, über Nacht zum Weltstar.
Fast 40 Jahre später profitiert er immer noch davon. Der Song ist zu einem generationenübergreifenden Phänomen geworden. «Dass die Leute in meinem Alter das singen können, ist klar», sagte Astley vor einigen Jahren der Deutschen Presse-Agentur in London. «Aber wenn ich sehe, dass die Kinder mitsingen, finde ich das wirklich toll.»
Popkarriere war nicht geplant
Eine Popkarriere war nicht unbedingt das, was sich der 1966 in der englischen Kleinstadt Newton-le-Willows in Lancashire geborene Junge vorgestellt hatte. Der Klavierunterricht war ihm eher lästig. Auch der Schulchor weckte keine Leidenschaft. Das Schlagzeug hatte es dem jungen Richard Paul Astley angetan. Dank seiner älteren Geschwister wuchs er mit Progressive Rock und Motown auf.
Als Teenager spielte er in einer Rockband namens FBI und begann erste Songs zu schreiben, die seine Bandkollegen beeindruckten. Seinen FBI-Mitstreitern fiel auch Ricks außergewöhnliche Stimme auf. Sie drängten den von Natur aus schüchternen Musiker schließlich dazu, sich nicht länger hinter dem Schlagzeug zu verstecken, sondern ein Mikrofon in die Hand zu nehmen.
Mitte der 80er Jahre nahmen ihn Mike Stock, Matt Aitken und Pete Waterman (SAW) unter Vertrag. Das Produzenten- und Songwritertrio hatte damals mit Dead Or Alive («You Spin Me Round»), Princess («Say I'm Your Number One») und Bananarama («Venus») bereits große Erfolge verzeichnet. Dort sollte er eigentlich als Songwriter mitwirken, doch es kam anders.
Welthit führte zu Spekulationen
Dass SAW ihn «Never Gonna Give You Up» singen ließen, war sein Glück. «Es ist ein großartiger Song, viele Leute hätten ihn singen können und es wäre ein Hit geworden», sagte Astley dem Magazin «Classic Pop». Doch Astleys ausdrucksstarke Stimme, die das Magazin «Seventeen» als «selbstbewussten, romantischen Bariton» bezeichnete, war ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Weil es anfangs kein Musikvideo gab, spekulierten manche, es handle sich wohl eher um einen erfahrenen, schwarzen R&B-Künstler aus den USA, als um einen unscheinbaren, weißen 19-Jährigen aus Lancashire. Dass der Clip im MTV-Zeitalter erst kam, als der Song schon ein Hit war, könnte laut Astley einen Grund haben. «Ich bin nicht der hässlichste Mensch der Welt», scherzte er. «Aber zu dieser Zeit sahen 80er-Popstars fantastisch aus, was bei mir nicht wirklich der Fall war.»