Noch mehr Geheimnisse: «Der perfekte Urlaub»
Autor: Britta Schultejans, dpa
, Mittwoch, 21. Oktober 2026
Sieben Jahre nach «Das perfekte Geheimnis» erzählt Regisseur Bora Dagtekin die Geschichte um eine verlogene Freundesgruppe mit seinem Star-Ensemble weiter. In einer Hauptrolle: Malle.
2019 traf sich eine Gruppe guter Freunde zum Essen und dabei eine folgenschwere Entscheidung: Jede Nachricht, die an jenem Abend auf dem Handy jedes Einzelnen einging, musste laut vorgelesen, jeder Anruf per Lautsprecher entgegengenommen werden. Zum Vorschein kamen Lügen, Affären, verstecke Wünsche und Sehnsüchte und einfach «Das perfekte Geheimnis».
So hieß Bora Dagtekins Film von damals - und jetzt erzählt der Erfolgsregisseur («Fack Ju Göhte»), wie es weiterging mit der Freundesgruppe um Leo (Elyas M'Barek), Pepe (Florian David Fitz), Rocco (Wotan Wilke Möhring), Simon (Frederick Lau) und ihre Frauen. Die Antwort kommt an diesem Donnerstag (22. Oktober) mit der Komödie «Der perfekte Urlaub» ins Kino. Am Montagabend war Weltpremiere in München.
Darin sind deutlich weniger als sieben Jahre vergangen seit dem dramatischen Dinner. Der Film setzt einige Wochen nach jenem schicksalshaften Abend ein. Die Männer, die schon als Jungs Freunde waren, machen sich darin zunächst getrennt voneinander auf zur liebsten Insel der Deutschen und landen auf Mallorca.
Bildungsbürgerschreck Ballermann
Doch da wird schnell klar, dass aus einem Männertrip nichts wird. Denn auch Roccos und Leos Frauen Eva (Jessica Schwarz), Carlotta (Karoline Herfurth) und deren beste Freundin Maus (Diana Amft) haben sich in derselben Finca einquartiert. Als wäre das nicht kompliziert genug, fackelt diese Villa auch noch kurz nach der Ankunft ab. Die Freunde müssen eine Ausweichunterkunft finden und das Münchner Bildungsbürgertum sieht sich in einem Hotel am Ballermann einem veritablen Kulturschock ausgesetzt.
Die Szenerie gibt Dagtekin Gelegenheit, sich regelrecht und sehr genüsslich zu suhlen in Sangria und Klischees über deutsche Malle-Urlauber, mit denen er sein staunendes Star-Ensemble konfrontiert. Gerhard Polts legendäre Satire «Man spricht deutsh» über die deutsche Invasion der 1980er Jahre in den italienischen Urlaubsgebieten lässt grüßen.
Klischees, ja - aber originell erzählt
Und obwohl die wahren Klischees von Handtüchern auf Sonnenliegen werfenden Urlaubern ebenso wenig neu sind wie die von saufenden Ballermann-Gängern, gelingt es Dagtekin, der mit seinen «Fack Ju Göhte»-Kultfilmen auch schon dem Genre der Schulkomödie neues Leben eingehaucht hat, das Ganze so unglaublich pointiert und unterhaltsam zu erzählen, dass es originell wirkt.
Nach dem kammerspielartigen ersten Film nutzt er nun die gesamte Bandbreite mallorquinischer Freiheiten und entfesselt damit auch noch eine größere Natürlichkeit in der Darstellung und eine mitreißende Spielfreude seiner hervorragenden Schauspieltruppe, die in Teil zwei sogar noch viel besser harmoniert.