Fuss, einer der meistbeschäftigten Fußball-Kommentatoren des Landes, hat bereits gewisse Unterschiede zu seinem eigentlichen Kerngeschäft festgestellt - etwa, dass man bei «Ninja Warrior» auch mal deutlich hemmungsloser kalauern darf. «Wenn ein Kandidat beispielsweise Becker heißt und/oder Bäcker ist, dann fliegen die Bäckerwortspiele.»
Am eigentlichen Spielprinzip ändert «Deutschlands härtester TV-Parcours» (RTL) allerdings nichts. Kandidatinnen und Kandidaten müssen mehrere extrem anspruchsvolle Hindernisse hinter sich lassen, um viel Geld zu gewinnen. Wer es vermasselt, landet im Wasser.
Noch höher, noch härter
Allerdings gibt es auch ein paar Neuerungen. RTL verspricht unter anderem Hindernisse, die «weltweit erstmals bei "Ninja Warrior" zum Einsatz kommen». Auch die sogenannte Mega-Wand - ohnehin schon ein ziemlich einschüchterndes Gerät - lege noch einmal zu und erreiche in diesem Jahr «eine noch nie dagewesene Rekordhöhe».
Am Modus wurde ebenfalls getüftelt. Erstmals entscheidet am Ende jeder Vorrunde ein zusätzlicher «Ninja-Speed-Duell-Parcours» über ein direktes Finalticket. Im Finale sind 300.000 Euro zu holen.
«Ninja Warrior Germany» ist über die Jahre zu einer Säule im RTL-Programm geworden. Inspiriert wurde die deutsche Variante von einer Show aus Japan, die es dort schon seit 1997 gibt.
Manch einer sieht die Show in der Tradition von Klassikern wie «Spiel ohne Grenzen» mit Camillo Felgen oder - Stichwort Japan - «Takeshi's Castle», einer Sendung, bei der Kandidaten auf möglichst irrsinnige Weise versuchten, eine ausgedachte Burg zu erobern.
Die Erben von «Spiel ohne Grenzen»
Albern ist «Ninja Warrior Germany» allerdings nur bedingt. Die Athletinnen und Athleten gehen in der Regel sehr fokussiert an ihre Aufgabe - man muss auch ordentlich trainieren, will man auch nur drei Meter weit kommen.
Mittlerweile hat sich rund um das Format eine Art eigenes Ökosystem entwickelt. Promis kommen vorbei, Kinder bekommen ihre eigene Variante, und erfolgreiche Ninjas können anschließend bei anderen RTL-Formaten auftauchen. Etwa als Kandidat bei «Let's Dance».
Neu-Kommentator Fuss sieht das alles bereits in einem viel größeren Kontext. «Die Kids sehen vor dem Fernseher, dass man im Leben etwas schaffen kann, wenn man sich akribisch darauf vorbereitet und einfach daran teilnimmt», sagt er. Vielleicht sei das eine Art Auftrag. «Zeigen, dass es eben nicht nur an der Spielekonsole geht, sondern dass man durch Bewegung etwas aus sich herausholen kann, von dem man zunächst nicht dachte, dass es der eigene Körper zu leisten imstande ist.»
So klingt niemand, der mit seinem neuen Job fremdelt.