Neues von den Foo Fighters: Angst, Frust, Rock 'n' Roll
Autor: Philip Dethlefs, dpa
, Dienstag, 21. April 2026
Auf dem neuen Album der Foo Fighters reflektiert Dave Grohl und moniert eine Rückentwicklung der Menschheit. Im Interview berichtet der Frontmann von Angst, Frust und der einenden Kraft der Musik.
Dave Grohl ist bestens gelaunt. Man sieht ihm kaum an, dass er am Vorabend ein schweißtreibendes, energieraubendes Clubkonzert mit seiner Band gegeben hat. Im traditionsreichen Shepherd's Bush Empire im Westen von London spielten die Foo Fighters vor begeisterten Fans sogar 15 Minuten länger, als es die Sperrstunde eigentlich erlaubt.
«Es ist das beste Gefühl», schwärmt Grohl im Interview der Deutschen Presse-Agentur in London. Zwischen zahlreichen PR-Terminen gaben die US-Rocker gleich eine Handvoll intimer Gigs auf der Insel. Im Sommer kommen sie für eine Stadiontournee zurück und treten auch in München (17. Juni) und Berlin (1. Juli) auf.
«Es gibt nichts Besseres, als diese Energie und Freude mit Menschen zu teilen. Es ist großartig», sagt der 57-Jährige, der auf der Bühne jedes Mal zum furiosen Antreiber wird. «Es ist so, als würdest du in einen See geworfen werden – und der einzige Weg ans Ufer ist, dass du schwimmen musst.»
Bühnenenergie im Studio
Die unbändige, wilde Energie eines Konzerts im Studio einzufangen, ist für jede Rockgruppe eine Herausforderung. Legendäre Bands wie Thin Lizzy oder Kiss erlangten erst durch Live-Alben ihren Kultstatus.
Die Foo Fighters lassen auf ihrem neuen Werk «Your Favorite Toy» von Anfang an wenig Zweifel daran, dass ihnen das gelingt. Mit einem Stakkato-artigen Gitarrenriff und übersteuertem, aggressivem Gesang beginnt «Caught In The Echo», der furiose Eröffnungstrack ihres zwölften Studioalbums.
Wütend geht es weiter mit «Of All People». Es geht um einen einstigen Drogendealer, den Grohl nach vielen Jahren zufällig wieder traf - und dabei gleichzeitig Freude und Wut empfand, weil so viele Bekannte in Folge von Drogenmissbrauch starben. Es geht um Schuldgefühle von Überlebenden. «Du weißt, dass du tot sein müsstest», singt, nein schimpft er. «Wie kannst du glücklich weiterleben?»
Selbstreflexion und Angst
Es klingt, als würde die Band aus Seattle richtig Dampf ablassen. Ist es ein wütendes Album? Grohl winkt ab. «Ich denke, es ist eher introspektiv», sagt er. «Aber in dieser Selbstreflexion steckt auch eine gewisse Angst. Es ist also eher unruhig, vielleicht rastlos.»