Netflix zeigt Podolski privat – Ehekrise inklusive
Autor: Thomas Bremser, dpa
, Donnerstag, 04. Juni 2026
Die neue Netflix-Doku «Poldi» zeigt Lukas Podolski nicht nur als Fußballstar, sondern auch als Familienmensch – mit Einblicken, die selbst langjährige Fans überraschen dürften.
In den kommenden Wochen jährt sich das deutsche Sommermärchen zum 20. Mal - und für viele Fußballfans ist das mit sehr viel Nostalgie verbunden. Die Weltmeisterschaft im eigenen Land, schwarz-rot-goldene Fähnchen an den Autos, die Sportfreunde Stiller, «Schwarz und weiß» von Oliver Pocher. Und dazu die jungen Wilden um das Traum-Duo Poldi und Schweini auf dem Platz, die ein ganzes Land elektrisierten.
Dieselbe Begeisterung ist so kurz vor der WM in den USA, Kanada und Mexiko noch nicht zu spüren. Viele Fans scheinen lieber in Erinnerungen zu schwelgen. Pocher ist mit einer Partyversion seines alten WM-Hits am Start, im ZDF läuft die dreiteilige Doku «Mission Sommermärchen» und ein Held von damals öffnet die Türen für die Netflix-Dokumentation «Poldi».
Der 90-minütige Film, der heute - an Lukas Podolskis 41. Geburtstag - startet, wird von der Kreativschmiede bildundtonfabrik («How To Sell Drugs Online (Fast)») produziert. Und das wird direkt zu Beginn deutlich. Da nehmen nach und nach Fußballgrößen wie Joachim Löw, Oliver Kahn, Toni Kroos und Thomas Müller Platz, um über ihre gemeinsame Zeit mit Podolski sprechen zu wollen.
Poldi will keine typische Sportler-Doku: «Zu langweilig»
Dieser erklärt währenddessen, wie langweilig er typische Sportler-Dokus findet, in der alte Weggefährten zu Wort kommen: «Da wird jetzt nix anderes kommen, was man schon kennt.» Daraufhin stehen Löw und Co. wieder auf und verlassen das Setting. Eine nette Idee zum Einstieg.
Zwar kommen die Fußball-Granden später doch noch vereinzelt zu Wort, im Fokus steht aber in der Tat der Privatmensch Podolski, es reden Oma, Mutter, Vater, Schwester und Sohn. Die Macher um das Regie-Duo Nicolas Berse-Gilles und Simone Schillinger (das auch für «Mission Sommermärchen» verantwortlich ist) zeigen den in Polen geborenen Fußballer beim Sumo-Ringen in Japan, beim Radfahren mit seiner Familie oder beim Kölner Rosenmontagsumzug.
«Wir hatten einen anderen Ansatz, wollten ein bisschen weniger Fußball und ein bisschen mehr andere Szenen reinnehmen. Ich denke, das ist uns auch ganz gut gelungen», sagte der Protagonist bei der Premiere im Kölner Stadion vergangene Woche.
Viel Überzeugungsarbeit: Ehefrau Monika gibt erstes Interview
Ehefrau Monika, die sich sonst fast komplett aus der Öffentlichkeit raushält, gibt in der Doku ihr erstes Interview. Auch wenn sie nicht vor der Kamera zu sehen ist, sondern nur zu hören. «Meine Frau war von Anfang an nicht die, die im Vordergrund stehen möchte. Wir hatten einen Kompromiss. Da haben die Leute sehr viel Überzeugungsarbeit leisten müssen», sagte Podolski zur dpa. «Sie war offen für die Rolle, weil sie auch wollte, dass die Doku was Besonderes wird und sie dann auch etwas über mich erzählt.»