Menowin Fröhlich zurück im DSDS-Finale – Zufall oder Kalkül?
Autor: Thomas Bremser, dpa
, Freitag, 08. Mai 2026
Menowin Fröhlich steht nach 16 Jahren wieder im DSDS-Finale. Seine Rückkehr sorgt für Diskussionen: Ist es eine echte zweite Chance oder nur Inszenierung?
Es ist ja nicht so, dass «Deutschland sucht den Superstar» keine echten Superstars hervorbringt. Es kommt vielleicht darauf an, wie man den Begriff definiert. Aber Namen wie Pietro Lombardi, Sarah Engels, Wincent Weiss, Daniel Küblböck, Beatrice Egli, Mark Medlock oder Dauerkandidat Menderes Bağcı sind Kennern der Musik- und Klatschszene sicher keine Unbekannten. Am Samstag (20.15 Uhr) wird RTL nun zum 22. Mal seinen «Superstar» küren. Und ein Finalist sorgt schon vorab für reichlich Schlagzeilen.
Menowin Fröhlich hat es bereits zweimal versucht in der Bohlen-Show: 2005 schafft er es in die Top 20, scheidet dann aber aus. Denn er muss wegen gefährlicher Körperverletzung und Betrugs ins Gefängnis. 2010 kommt Fröhlich sogar ins Finale. Dort votiert das Publikum dann aber - zur Überraschung vieler - für Mehrzad Marashi. Die «Bild» hatte dazu aufgerufen, Fröhlich wegen seiner Vergangenheit nicht zu wählen.
Doch während der Gewinner in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird, kommt der Zweitplatzierte nie ganz raus aus den Schlagzeilen. Es folgen Berichte über Drogenprobleme und gerichtliche Konflikte sowie Auftritte in Reality-Shows wie «Promi Big Brother». Nur mit der Musik geht es nicht voran.
Das soll sich jetzt ändern. Menowin Fröhlich ist wieder da, wo er vor 16 Jahren schon einmal war: im Finale der wohl bekanntesten Castingshow Deutschlands. Wie es dazu kam, wirft allerdings Fragen auf.
Wie spontan ist der Auftritt beim «DSDS»-Casting?
Denn der Skandalsänger taucht offenbar nur bei den diesjährigen Castings auf, um seine 17-jährige Tochter Jiepen zu begleiten. Doch ihr Gesang überzeugt die Jury um «DSDS»-Ikone Dieter Bohlen, Ballermann-Sängerin Isi Glück und Rapper Bushido nicht. Als die Teenagerin von ihrem berühmten Vater berichtet, wirkt Bohlen überrascht. Er ruft Fröhlich ins Studio, fordert ihn auf, zu singen und der schmettert wie auf Kommando «I Just Called To Say I Love You» von Stevie Wonder - so wie bei den damaligen Castings.
«Würdest du denn wieder mitmachen?», fragt Bohlen den verdutzt wirkenden Sänger. Nach einer kurzen Bedenkzeit sagt er: «Ich würde es machen» und bekommt prompt den «Recall»-Zettel von Bohlen für die nächste Runde.
Seitdem fragen sich Zuschauerinnen und Zuschauer, wie spontan oder geplant die Szene war. Auch Ex-Sieger Pietro Lombardi und Entertainer Oliver Pocher hegten in ihrem gemeinsamen Podcast Zweifel. «Es gibt ja ein ganz klares Briefing. Jeder weiß ja, wer da auftaucht. Alle wissen, dass das die Tochter von Menowin ist», erklärte Pocher.