Los Angeles: "Ein Nobody gegen Putin" gewinnt Oscar für besten Dokumentarfilm
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Los Angeles, Montag, 16. März 2026
Sechs Oscars gehen an den Politthriller von Paul Thomas Anderson, der von militanten Aktivisten in den USA erzählt. In einer Kategorie gewinnt ein "ZDF"/"Arte"-Dokumentarfilm. Andere Deutsche verpassen ihre Oscar-Chance.
And the Oscar goes to: "Ein Nobody gegen Putin". In der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" hat bei den Oscars eine deutsche Gemeinschaftsproduktion gewonnen. Der Streifen des amerikanischen, in Kopenhagen ansässigen Regisseurs David Borenstein und des russischen Videofilmers Pawel Talankin ist eine Zusammenarbeit von Dänemarks öffentlich-rechtlichem Rundfunk DR, der BBC aus Großbritannien sowie ZDF und Arte. Der Film kann in der Arte-Mediathek angeschaut werden, aber auch auf YouTube.
Laut ZDF und Arte zeigt der Film "gleichermaßen humorvoll und niederschmetternd, wie das Leben im heutigen Russland aussieht, wie eine ganze Generation indoktriniert wird". Die Dokumentation bietet "einen spektakulären Einblick ins Herz der russischen Propaganda".
"Ein Nobody gegen Putin" gewinnt Oscar - "One Battle After Another" mit meisten Auszeichnungen
Der Film beleuchtet das Leben von Talankin, der als Lehrer an einer Schule in seiner Heimatstadt Karabasch tätig ist. Als er mit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine den Auftrag erhält, patriotische Veranstaltungen zu organisieren und zu dokumentieren, wachsen in ihm die Zweifel am politischen System Russlands.
Der Politthriller "One Battle After Another" hat mit sechs Auszeichnungen die meisten Oscars erhalten, darunter die Auszeichnung für den besten Film. Damit übertrumpfte er auch den rekordnominierten Favoriten "Blood & Sinners", der vier Oscars gewann.
"One Battle After Another" von Paul Thomas Anderson mit Leonardo DiCaprio erzählt von militanten Aktivisten in den USA, die sich für Migranten engagieren und vor allem von selbstbewussten schwarzen Frauen angeführt werden.
"Blood & Sinners" mit meisten Nominierungen in der Geschichte
Regisseur P. T. Anderson ("Boogie Nights", "Magnolia", "There Will Be Blood") wurde damit nach zahlreichen Nominierungen erstmals selbst geehrt - sowohl als bester Regisseur als auch für das beste adaptierte Drehbuch sowie als Mitproduzent. Mit 13 Nominierungen war der Film als einer der Favoriten ins Rennen gestartet.
Noch mehr Nominierungen hatte nur das Vampirdrama "Blood & Sinners" von Regisseur Ryan Coogler. Das Südstaatendrama hatte 16 Nominierungen, so viele wie kein anderer Film in der Geschichte.