Lanz, Raab und der Weltfrieden: Fernsehpreise verliehen
Autor: Jonas-Erik Schmidt und Thomas Bremser, dpa
, Donnerstag, 10. Sept. 2026
Tom Schilling singt, Barbara Schöneberger teilt aus und Stefan Raab trifft auf seinen Konkurrenten Sebastian Pufpaff: Der Fernsehpreis bietet einige denkwürdige Momente. Diesmal wird's auch politisch.
Markus Lanz macht Mut, Fabian Köster wird kämpferisch und Olivia Jones fordert mehr Courage: Der Deutsche Fernsehpreis ist verliehen worden. Wenige Tage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und inmitten mannigfaltiger Krisen ging es bei der TV-Gala in Köln auffällig oft um die politische und gesellschaftliche Lage im Land – und auch um einen Mann, der mal wieder einen Fernsehpreis gewinnen konnte: Stefan Raab.
Den Ton gab früh am Abend ausgerechnet ein Fernsehpreis-Gewinner vor, der sonst vor allem für seine Fragen bekannt ist: Lanz. Der 57-Jährige wurde für seine ZDF-Talkshow in der Kategorie «Beste Information» ausgezeichnet, ging aber schnell ins Grundsätzliche über – und wollte offenkundig Zuversicht vermitteln.
«Ich erlebe gerade so viele Leute, die sehr unsicher sind, die teils Angst haben», erklärte Lanz. «Fürchtet euch nicht!», appellierte er. Sein Versprechen: «Das, was jetzt gerade kaputtgeht, bauen wir irgendwann ganz lässig einfach wieder auf.» Für Lanz war es bereits der zweite Fernsehpreis.
«Hoffe, dass wir auch noch in Zukunft in einer Demokratie leben»
Komiker Fabian Köster, der mit seiner Sendung «heute-show extra: Next Stop Köster» (ZDF) in der Kategorie «Beste Comedy/Late Night» gewann, erinnerte an die Errungenschaft einer freien Medien-Landschaft. Ein Format wie das seine – relativ konfrontative Interviews mit Politikern in einem kleinen Fahrstuhl – sei gar nicht in so vielen Ländern möglich, sagte er.
«Gerade in diesen Tagen müssen wir uns das immer ins Gedächtnis rufen, müssen laut sein gegen Hass, gegen Hetze und gegen die Feinde der Demokratie, die so was abschaffen wollen.»
So ging es weiter durch den Abend. Schlaglichtartig mischten sich politische Töne in die Dankesreden – auch mal relativ düster, wie bei Karin Hanczewski, die für «Call My Agent Berlin» (Disney+) als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Sie schloss ihre Rede mit den Worten: «Ich hoffe, dass wir auch noch in Zukunft in einer Demokratie leben werden. Danke.»
Bester «Fernsehfilm/Mehrteiler» wurde «Olivia» (ZDF) – ein Biopic, das die Lebensgeschichte der bekannten Dragqueen Olivia Jones erzählt. Die Verantwortlichen widmeten die Auszeichnung der LGBTQI+-Community. Die englische Abkürzung LGBTQI+ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen, queere sowie intergeschlechtliche Menschen.