Neue Lunge für Mette-Marit: Wie geht es ihr nach der OP?
Autor: Julia Wäschenbach und Christoph Meyer, dpa
, Mittwoch, 17. Juni 2026
Mit ihrer Krankheit lebt Norwegens Kronprinzessin schon lange. Doch in den vergangenen Monaten hatte sich ihr Zustand dramatisch verschlechtert. Jetzt bekam sie überraschend schnell eine neue Lunge.
Erst nach der erfolgreichen Operation kommt die gute Nachricht aus dem norwegischen Königshaus: Die schwer kranke Kronprinzessin Mette-Marit (52) hat eine neue Lunge bekommen. «Die Lungentransplantation ist so weit erfolgreich verlaufen», zitiert der Hof den Chirurgen Arnt Fiane vom Universitätskrankenhaus in Oslo.
Die Zeichen dafür, dass bald etwas passieren würde, hatten sich in den letzten Wochen gemehrt. Immer wieder hatte Kronprinz Haakon (52) Termine abgesagt, um bei seiner Frau sein zu können. Die Tochter des Paars, Ingrid Alexandra (22), war von ihrem Studium in Australien nach Hause zurückgekehrt. Der älteste Sohn der Kronprinzessin, Marius Borg Høiby (29), hatte mit Verweis auf den Gesundheitszustand seiner Mutter mehrfach vergeblich versucht, aus der U-Haft freizukommen. Der Hof sprach kürzlich plötzlich von einem «lebensbedrohlichen» Zustand der Kronprinzessin. Und erst vor zwölf Tagen kam Mette-Marit auf die Warteliste für eine Transplantation.
Ohne neue Lunge nur noch ein Jahr zu leben
Die Kronprinzessin leidet bereits seit Jahren an der unheilbaren Krankheit Lungenfibrose. Dabei bilden sich Narben im Lungengewebe, was Atemnot, Kurzatmigkeit und Husten verursachen kann. Zunächst konnte Mette-Marit nach der Diagnose 2018 relativ normal weiterleben - im letzten halben Jahr ging es ihr aber immer schlechter. Am norwegischen Nationalfeiertag im Mai winkte sie dem Volk in Tracht und mit Sauerstoffgerät zu. Dann muss sie sich zurückziehen. Jeder öffentliche Termin ist eine große Belastung für die Kronprinzessin. Zuletzt sieht man sie fast gar nicht mehr.
Ohne den Eingriff, so die Ärzte, hätte sie nur noch rund ein Jahr zu leben gehabt. Mit der Transplantation stehen Mette-Marits Chancen nun besser - aber ein Risiko bleibt: Mit einer neuen Lunge überleben dem Krankenhaus zufolge 85 bis 90 Prozent das erste Jahr nach der Transplantation. Nach fünf Jahren leben demnach noch 70 bis 75 Prozent, nach zehn Jahren nur noch etwa die Hälfte der Patienten.
In jedem Fall werde das Leben nach der Operation ein anderes für Mette-Marit, hatte Lungenspezialist Olav Kåre Ref NTB schon Anfang Juni gesagt: «Man muss vorsichtig sein und gegen mögliche Abstoßungsreaktionen sowie Infektionen kämpfen, die jederzeit auftreten können.» Lebenslang wird die Kronprinzessin Medikamente nehmen müssen. Ihren Job als künftige Königin werde sie wohl kaum voll wahrnehmen können, meinen Königshaus-Experten.
Überraschend schneller Termin: «Normalerweise ist das nicht so»
Auch der Eingriff selbst ist kompliziert und risikoreich. Dass es jetzt damit so schnell ging, dürfte viele überrascht haben. Und auch das Timing: Erst vor zwei Tagen war Marius Borg Høiby zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der 29-Jährige, den Mette-Marit als Kleinkind mit in die Ehe mit Haakon gebracht hatte, hat einem Gericht zufolge unter anderem zwei Frauen nach norwegischem Recht vergewaltigt sowie zwei Ex-Freundinnen in der Beziehung misshandelt.
Mit so einer raschen Transplantation hatten auch die Experten von der Stiftung Organspende in Norwegen nicht gerechnet. «Normalerweise ist das nicht so», kommentierte Informationschef Aleksander Sekowski in der Zeitung «Aftenposten». «Das war früh.» Andererseits: Wenn man auf der Liste stehe, könne jederzeit das Telefon klingeln. «Es ist fantastisch, dass sie eine Lunge gefunden haben, die so gut passt.» Nur vergleichsweise wenige Menschen warten in Norwegen auf eine neue Lunge: Nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB waren es vergangene Woche zehn.