Comedy-Horror «Widow's Bay» erzielt Rekord bei Emmy-Gala
Autor: Christina Horsten, dpa
, Dienstag, 15. Sept. 2026
Erst eine Staffel gibt es von «Widow's Bay», aber damit übertrumpfte die Serie die deutlich häufiger nominierte Konkurrenz – bei einer überraschend unpolitischen Emmy-Gala mit Superstar-Kurzauftritt.
Die Horror-Comedyserie «Widow's Bay» (Apple TV) hat sich mit 14 Preisen als Überraschungssieger der diesjährigen US-Fernsehpreise Emmys entpuppt – und einen neuen Rekord aufgestellt. Die erste und bislang einzige Staffel der Serie gewann mehr Auszeichnungen als je zuvor eine Serie in der Comedy-Kategorie in einem einzigen Jahr bei den Emmys. Damit knackte «Widow's Bay» den erst im vergangenen Jahr mit 13 Preisen von der Hollywood-Satire «The Studio» aufgestellten Rekord.
«Widow's Bay» besticht durch einen Mix aus Witz und Grusel: Die Serie spielt auf einer fiktiven Insel an der Ostküste der USA. Deren Bürgermeister möchte das Image seiner etwas heruntergekommenen Heimat aufbessern. Einige der alteingesessenen Bewohner glauben jedoch, dass die Insel mit einem Fluch belegt ist.
Preise für «Widow's Bay» bringen auch Apple TV Erfolg
Neben der Hauptkategorie als beste Comedyserie gewann «Widow's Bay» unter anderem auch Preise für das beste Drehbuch und die beste Regie, zudem konnten Matthew Rhys als bester Hauptdarsteller sowie Stephen Root und Kate O'Flynn als beste Nebendarsteller Ehrungen einsammeln. Unter anderem dank all dieser Auszeichnungen konnten der Streaming-Anbieter Apple TV mit insgesamt 28 Preisen zum ersten Mal in der Geschichte der Emmys die meisten Ehrungen aller Anbieter für sich verbuchen.
Die Emmy-Auszeichnung werde sie für immer gut sichtbar in ihrem Haus platzieren, versprach Katie Dippold, Erfinderin von «Widow's Bay», in einer ihrer Dankesreden – und witzelte: «Es tut mir leid, aber das wird jetzt meine gesamte Persönlichkeit dominieren.» Hauptdarsteller Rhys stellte gleich noch einen Rekord auf, weil er auch für seine Hauptrolle in der Netflix-Miniserie «The Beast in Me» gewann – und damit als erster Schauspieler zwei Emmy-Hauptrollen-Auszeichnungen bei einer Gala holte.
«Hacks» trotz Rekord-Nominierungen mit nur zwei Preisen
Vergleichsweise enttäuschend verlief der Gala-Abend in Los Angeles dagegen für «Hacks» (RTL+). 24 Nominierungen hatte die fünfte Staffel der Serie bekommen, mehr als je eine Staffel einer Comedyserie zuvor in der Geschichte der Emmys – am Ende wurden aber nur zwei Preise daraus. Mit dem für ihre Hauptrolle konnte Schauspielerin Jean Smart aber ihre insgesamt achte Auszeichnung einsammeln, wie auch Allison Janney, die für «Diplomatische Beziehungen» gewann. Damit ziehen beide mit Cloris Leachman und Julia Louis-Dreyfus gleich und haben nun alle jeweils die meisten Emmys eines einzelnen Darstellers in der Geschichte der Auszeichnungen.
In der Drama-Kategorie ging die gefeierte Krankenhausserie «The Pitt» (HBO Max) mit 25 Nominierungen ins Rennen – und konnte schließlich sechs Auszeichnungen einsammeln, darunter wie bereits im vergangenen Jahr den Hauptpreis als beste Dramaserie. Die in Echtzeit erzählte Krankenhausserie spielt in der Notaufnahme eines fiktiven Hospitals in der US-Großstadt Pittsburgh und wird vor allem für ihre humanistische Handlung und die einfühlsame Darstellung der Figuren gefeiert.
Moderatorin Mariska Hargitay mit Überraschungsgast
Moderiert wurde die Gala von der US-Schauspielerin Mariska Hargitay, die dabei äußerst unpolitisch blieb. Zum Auftakt zeigte sie sich im weißen Kleid und sang «I love TV Screens» auf die Melodie von «I Love Rock 'n' Roll» umgeben von Tänzern, deren Köpfe in Fernsehbildschirmkostümen steckten. Später witzelte sie unter anderem mit Schauspielerin Nicole Kidman – und in einem vorab produzierten Videoclip sogar mit Musikstar Taylor Swift.