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"Power Ballad"-Star Paul Rudd findet, dass Hochzeitssänger mehr Anerkennung verdienen


Autor: Teleschau  

, Donnerstag, 25. Juni 2026

Paul Rudd spielt in "Power Ballad" einen Musiker, dem der große Durchbruch verwehrt blieb. Im Gespräch mit der Agentur teleschau verrät der Hollywoodstar, warum Musik für ihn Trost, Zuflucht und Kindheitserinnerung zugleich ist - und warum auf einer Hochzeits-Band viel Druck lastet.


Paul Rudd gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Schauspielern Hollywoods. In Komödien, Dramen und Marvel-Blockbustern hat der 57-Jährige so manches gespielt - einen Musiker allerdings bislang nicht. Umso mehr reizte ihn nun seine Rolle in "Power Ballad" (jetzt im Kino), in der er den einst vielversprechenden Songwriter Rick verkörpert. Inzwischen tritt jener Rick nur noch als Hochzeitssänger in Irland auf. Für Rudd ist die Figur auch deshalb besonders, weil sie etwas berührt, das ihn schon sein ganzes Leben begleitet: die Liebe zur Musik.

"Musik ist mehr als alles andere dieses Ding, das uns irgendwie bei Verstand hält", sagt Rudd im Gespräch mit der Agentur teleschau. Sie könne Menschen auffangen, wenn es ihnen schlecht gehe, und ihnen das Gefühl geben, verstanden zu werden. "Wenn man sehr traurig ist, kann Musik einen retten." Gerade für seine Figur Rick sei sie deshalb weit mehr als bloße Leidenschaft. "Wenn jemand wie Rick etwas wirklich Tiefes fühlt, dann ist das Einzige, was er tun kann, darüber zu schreiben", erklärt Rudd. Musik sei für ihn etwas, das gleichzeitig erde und befreie. "Sie hält uns an der Welt fest und lässt uns gleichzeitig über ihr schweben."

"Ganzes Leben lang davon fasziniert"

Genau davon erzählt auch "Power Ballad". Die Musikkomödie von Regisseur John Carney ("Once", "Sing Street") dreht sich um Rick, einen ehemaligen Musiker mit großen Träumen, der sich in Irland ein neues, bodenständiges Leben aufgebaut hat - mit Familie, kleinen Auftritten und einer Karriere, die nie ganz so wurde wie erhofft. Als er auf den angeschlagenen Ex-Boyband-Star Danny trifft, gespielt von Nick Jonas, verbindet die beiden zunächst die Musik.

Doch aus einer spontanen Begegnung wird ein folgenschwerer Verrat: Rick spielt Danny einen sehr persönlichen, unveröffentlichten Song vor - Monate später hört er genau dieses Lied als großen internationalen Hit, veröffentlicht unter Dannys Namen. Aus der zunächst charmanten Musikgeschichte wird so ein Film über Ehrgeiz, Anerkennung, verletzte Eitelkeiten und die Frage, wem kreative Ideen eigentlich gehören.

Für Paul Rudd war es ein kleiner Lebenstraum, ausgerechnet in so einem Film selbst zum Musiker werden zu dürfen. "Ich habe mein ganzes Leben lang davon fantasiert", erzählt er. Schon als Kind habe er mit Haarbürste und imaginärem Mikrofon auf dem Bett gestanden und sich vorgestellt, auf einer Bühne zu singen. "Musik war immer unglaublich wichtig für mich", sagt er. Auch wenn er nie professioneller Musiker geworden sei, habe ihn die Vorstellung nie ganz losgelassen. "Es war einfach wahnsinnig schön, für ein paar Monate so zu tun, als wäre ich es."

Paul Rudd war von echten Musikern etwas eingeschüchtert

Ohne Respekt ging er an die Rolle aber nicht heran - im Gegenteil. An der Seite von echten Musikern wie Nick Jonas habe er sich beobachtet und manchmal auch unsicher gefühlt. "Ich war mir die ganze Zeit bewusst und auch darüber verunsichert, dass ich von echten Musikern umgeben bin - und ich bin keiner", sagt Rudd offen.

Er spiele zwar seit vielen Jahren Gitarre, aber eben eher für sich selbst. "Ich bin nicht der Typ Gitarrist, bei dem Leute sagen: 'Mann, spiel mal was, wir wollen dich Gitarre spielen hören.'" Statt sich von dieser Unsicherheit bremsen zu lassen, habe er sich bewusst für das Gegenteil entschieden: einfach mitmachen. "Ich wollte nicht, dass mich das einschüchtert. Ich habe mir gesagt: Nein, mach mit."

Diese Haltung passt auch zu dem, was Rudd über seinen Beruf gelernt hat. Angst sei oft nur so lange groß, bis man einfach loslege. "Alles wirkt erst mal einschüchternd, bis man entscheidet: Ich mache das jetzt einfach und habe Spaß dabei", sagt er. Genau so sei es auch bei "Power Ballad" gewesen. Statt sich darauf zu konzentrieren, was er vielleicht nicht perfekt könne, habe er sich lieber in die Erfahrung hineingeworfen. "Dann springt man einfach rein und hofft auf das Beste."

"Dem kann ich nur Respekt zollen"

Dass ausgerechnet eine Geschichte über einen übersehenen Musiker bei ihm so viel ausgelöst hat, überrascht kaum. Rick ist kein Rockstar mehr, sondern jemand, der sich mit kleinen Auftritten durchschlägt und dennoch an seiner Kunst festhält. Gerade diese Haltung bewundert Rudd. Er habe großen Respekt vor Menschen, die das tun, was sie lieben - unabhängig davon, auf welcher Bühne. "Jemand, der etwas macht, das er liebt, egal in welchem Rahmen, dem kann ich nur Respekt zollen", sagt er.

Das gelte auch ganz besonders für Hochzeitssänger. "Auf den Schultern einer Hochzeitsband lastet eine Menge", findet Rudd. Schließlich gehe es für das Brautpaar um einen der wichtigsten Tage ihres Lebens. Wer dazu beitrage, diesen Tag schöner zu machen, verdiene Anerkennung.

Vielleicht ist es genau das, was "Power Ballad" für Paul Rudd so reizvoll gemacht hat: Der Film erzählt von Musik als Sehnsucht, als Trost und als letzter Verbindung zu einem Traum, den man nie ganz aufgegeben hat. Für Rick ist sie Rettungsanker - und für Rudd offenbar weit mehr als bloß ein schöner Teil dieser Rolle.

Quelle: teleschau – der mediendienst