"Ich mache in dieser Welt keinen Sinn": Diesen Film würde Dakota Johnson am liebsten vergessen
Autor: Teleschau
, Mittwoch, 12. August 2026
"Madame Web" wurde von Kritikern verrissen, und auch an den Kinokassen floppte das Superhelden-Spektakel. Am allerwenigsten dürfte aber die Hauptdarstellerin Dakota Johnson selbst von dem Machwerk halten.
Wenn nicht einmal die Mitwirkenden gut auf einen Film zu sprechen ist, dann ist es um diesen Film schlecht bestellt. So gesehen hatte auch "Madame Web" (Donnerstag, 13. August, 20.15 Uhr, RTL) von Anfang an einen schweren Stand. Nicht genug damit, dass die Superheldenverfilmung von den Kritikern gnadenlos verrissen wurde und dann auch in den Kinos gewaltig floppte. Zu allem Überfluss bekam das Machwerk, ausgerechnet, auch von seiner Hauptdarstellerin sein Fett weg.
Dass Dakota Johnson von "Madame Web" alles andere als begeistert ist, machte sie hinlänglich und unmissverständlich klar. Sie habe vorher nie etwas Vergleichbares gemacht und werde "wahrscheinlich" auch "nie wieder etwas Ähnliches" tun, verriet die Schauspielerin im Mai 2024 in einem Interview mit dem Online-Magazin "Bustle", in dem sie mit der Filmindustrie, den Filmemachern hinter der Marvel-Verfilmung, aber auch mit sich selbst hart ins Gericht ging.
"Ich mache einfach keinen Sinn in dieser Welt", fügte sie hinzu und meinte das sogenannte "Spider-Man Universe". "Aber manchmal kommt es in dieser Branche vor, dass man etwas unterschreibt, und während man es produziert, wird es zu etwas völlig anderem, und man denkt sich: 'Moment mal, was?'" Natürlich sei es "nicht schön, führt Johnson aus, "Teil von etwas zu sein, das in Stücke gerissen wird". Doch sie könne nicht gerade behaupten, die Verrisse nicht zu verstehen.
"Man kann keine Kunst auf der Grundlage von Zahlen und Algorithmen machen"
Verstehen kann Johnson auch, warum der vierte Spielfilm in Sonys "Spider Man"-Kosmos (nach "Venom", "Venom: Let There Be Carnage" und "Morbius") künstlerisch scheiterte. Es hänge damit zusammen, und das ist ihrer Ansicht nach symptomatisch, dass bei dem Film kreativen Entscheidungen nicht von einer oder wenigen Künstlerpersönlichkeiten getroffen worden seien, sondern von einem "Komitee". Johnson: "Man kann keine Kunst auf der Grundlage von Zahlen und Algorithmen machen". Das Publikum werde immer in der Lage sein, "Bullshit" zu erkennen.
Johnson spielt in "Madame Web" die New Yorker Rettungssanitäterin Cassandra Webb, die nach einer Nahtoderfahrung hellseherische Fähigkeiten entwickelt. "Ich glaube, ich kann in die Zukunft sehen", stellt sie nach der Schicksalsfügung erstaunt fest. Cassandra fühlt sich zu Höherem berufen: Sie wird eine Retterin für die Sache des Guten gegen das Böse. Als sie "sieht", wie drei junge Frauen von einem Spinnenmenschen angegriffen werden, ist sie entschlossen zu helfen - zumal der Schurke, sich als Mörder ihrer Mutter entpuppt.
"Dämlich" und "kitschig"
In Sachen Inhalt bietet "Madame Web" also Bewährtes, allerdings haperte es mit der Umsetzung. Ein Großteil der Kritiker hielt das Superheldenspektakel für ausgemachten Blödsinn. Der Film produziere "viele erzählerische Lücken" urteilte der "Film-Dienst". Er sei so "dämlich" und "kitschig" wie die "schlechtesten Vertreter des Genres", schrieb "The Guardian". Vernichtend auch das Urteil von "Boston Movie News": "Madame Web" sei barer "Unsinn", aber immerhin verhalte sich Johnson "distanziert genug".
Auch die Zuschauer goutierten das Ergebnis nicht. Nicht mehr als 100 Millionen US-Dollar spielte "Madame Web" weltweit an den Kinokassen ein. Was nach viel klingt, ist gelinde gesagt eine Katastrophe. Immerhin galt es nicht nur, das kolportierten Produktionsbudget von 80 Millionen Dollar, sonderlich auch die Ausgaben fürs Marketing zu deckeln. Und die werden auch bei "Madame Web" ungefähr den Wert der Herstellungskosten betragen haben.