«Heated Rivalry» bricht Tabus – Liebesgeschichte auf dem Eis
Autor: Thomas Bremser, dpa
, Donnerstag, 05. Februar 2026
Eine queere Liebesgeschichte auf dem Eis sorgt in Nordamerika für Furore – jetzt startet «Heated Rivalry» auch in Deutschland. Was macht die Serie so besonders?
Montréal/Köln - «Heated Rivalry» heißt Kanadas derzeit wohl kältester und zugleich heißester Serienexport: ein queeres Eishockey‑Drama, das in Nordamerika Quotenrekorde bricht, in Russland zum illegalen Streaming-Hit geworden ist und nun in Deutschland startet. Die sechs Folgen, die ab Freitag wöchentlich beim neuen Streamingdienst HBO Max gezeigt werden, begeistern Sportfans, die queere Community - und heterosexuelle Frauen.
Worum es in «Heated Rivalry» geht
Im Mittelpunkt stehen die zwei Topstars der nordamerikanischen Eishockey-Liga: der japanisch-kanadische Golden‑Boy Shane Hollander (Hudson Williams) von den Montreal Metros und der russische Bad‑Boy Ilya Rozanov (Connor Storrie) von den Boston Raiders.
Auf dem Eis sind sie erbitterte Rivalen, hinter verschlossenen Türen entwickelt sich zeitgleich eine heimliche Beziehung zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Typen. Ilya gibt sich nach außen keck, forsch und arrogant. Er trinkt Bier, raucht und nennt Shane immer wieder «langweilig». Denn der ist eher schüchtern, nachdenklich und belesen.
Die Profis sehen sich zunächst nur alle paar Monate, wenn sie gegeneinander spielen oder gemeinsame Auftritte absolvieren. Darum bestehen vor allem die ersten beiden Episoden aus teils enormen Zeitsprüngen. In Kontakt bleiben Shane und Ilya vor allem per Chat - diskret nennen sie sich in ihrem Telefonbuch Jane und Lily. Niemand darf mitbekommen, dass zwischen ihnen das Eis immer mehr schmilzt. Denn Homosexualität im Profisport ist nach wie vor ein mächtiges Tabu.
Vom kanadischen Nischensender in die Welt
Als Vorlage für Autor und Co-Produzent Jacob Tierney (46) diente die Romanreihe «Game Changers» der kanadischen Autorin Rachel Reid. Seit dem Start ist «Heated Rivalry» (auf Deutsch in etwa «Heftige Rivalität» oder «Hitziges Duell») in Kanada die meistgesehene Eigenproduktion des kleinen Streamingdienstes Crave und kletterte in die Top‑Ränge der HBO‑Max‑Charts in den USA.
Noch vor der Premiere Ende November lösten Trailer und eine viral geteilte Gym-Szene einen Hype in sozialen Medien aus. Und bei Bewertungsportalen bekommt die einfühlsame Liebesgeschichte Bestnoten.
Die vorher eher unbekannten Hauptdarsteller Williams (24) und Storrie (25) wurden in den vergangenen Monaten zu Weltstars. Sie sorgten bei den Golden Globes in Hollywood mit einer launigen Laudatio für Lacher, wurden zu Modeschauen in Paris und Mailand eingeladen und durften im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Italien als Fackelträger mitwirken.