Goldregen und Tränen: Fröhlich feiert späten «DSDS»-Triumph
Autor: Thomas Bremser, dpa
, Sonntag, 10. Mai 2026
Menowin Fröhlich holt sich nach 16 Jahren den «DSDS»-Sieg – und bricht im Goldregen zusammen. Wie der Sänger sein altes TV-Trauma überwinden konnte.
Die Konfetti-Kanonen feuern um kurz vor Mitternacht volles Rohr im Studio 53 in Köln-Ossendorf. Menowin Fröhlich lässt sich auf den mit Goldblättchen bedeckten Boden fallen und liegt Juryboss Dieter Bohlen weinend in den Armen: 16 Jahre nach seiner traumatischen Final-Niederlage gewinnt der Sänger endlich die RTL-Show «Deutschland sucht den Superstar» und findet einen tröstlichen Abschluss.
«Ich wollte dieses Kapitel einfach nur abschließen. Und es hat sich ausgezahlt», sagt ein völlig in sich ruhender Sieger eine halbe Stunde nach dem Ende der Show der Deutschen Presse-Agentur. Die Mitarbeiter machen den Studioboden besenrein, die restlichen Kandidaten sind schon auf der After-Show-Party. Da erinnert sich Fröhlich noch einmal an seine «DSDS»-Teilnahme 2010 - nach 2005 schon die Zweite.
Damals geht er als klarer Favorit ins Finale, gewinnt zuvor alle Liveshows, reißt bei der Verkündung schon die Arme in die Höhe - und verliert dann doch völlig überraschend gegen Mehrzad Marashi. Überschattet werden seine grandiosen Auftritte damals von Drogenskandalen und Gefängnisaufenthalten, die in den Medien immer wieder thematisiert werden. Das kostet ihm den Sieg.
Darum schaut Fröhlich wehmütig zurück
«Es hat mir wehgetan», sagt Fröhlich 16 Jahre später. «Ich habe mir oft die alten Videos angeguckt und gesehen, wie ich mit Menschen umgegangen bin, wie ich geredet und wie vielen Leuten ich vor den Kopf gestoßen habe. Ich hätte das damals auch schon gewinnen können, denke ich. Nur, dann wäre ich heute nicht mehr am Leben.»
Heute wirkt der 38-Jährige, der bald zum neunten Mal Vater wird, mit sich im Reinen. Er arbeite nach wie vor an seinen Macken und gehe zur Therapie. Und er will anderen Menschen zeigen, dass man nach Niederlagen wieder aufstehen kann. «Die Chance, die ich bekommen habe, habe ich wahrgenommen und ich muss niemanden mehr etwas beweisen - will ich auch nicht.»
Das ist sonst noch im «DSDS»-Finale passiert
Die über dreieinhalbstündige Liveshow, bei der auch Star-Geiger David Garrett, «DSDS»-Dauerkandidat Menderes und Dieter Bohlen höchstpersönlich mit «You're My Heart, You're My Soul» auftreten, hat natürlich noch mehr Geschichten zu bieten als die Wiederauferstehung Fröhlichs.
Die zweitplatzierte Constance Dizendorf (19) aus dem Kreis Böblingen (Baden-Württemberg) mausert sich im Laufe der Staffel von einer schüchternen Teenagerin zu einem Billie-Eilish-Verschnitt und verzaubert mit ihrer Stimme nicht nur Rapper Bushido in der Jury.