Freshtorge: Vom YouTube-Pionier zum TV-Gesicht
Autor: Thomas Bremser, dpa
, Mittwoch, 23. Sept. 2026
Vor 20 Jahren begann Torge Oelrich als Freshtorge mit lustigen Videos – heute steht er für die Entwicklung vom Hobby-YouTuber zum erfolgreichen Medienprofi.
Heute heißen sie Influencer oder Content Creator und bedienen soziale Medien wie TikTok und Instagram. Vor 20 Jahren entwickelte sich ebenfalls ein neuer Beruf, der gerade für Ältere kaum nachvollziehbar war: der des YouTubers.
Der inzwischen 37-jährige Torge Oelrich, besser bekannt als Freshtorge, gehört zur ersten Garde und ist inzwischen öfter im klassischen Fernsehen zu sehen. Beim ZDF ist jetzt seine Show «Terrain - Battle of the Flags» zu sehen (Streaming-Portal und ZDFneo ab 24.9.).
Oelrichs Karriere spiegelt wie kaum eine andere die Entwicklung der deutschen YouTube-Szene wider: von der privaten Spielwiese für Teenager zur professionalisierten Medienmarke.
Seine ersten Videos entstanden nicht bewusst für ein YouTube-Publikum. Als Jugendlicher filmte er Freunde auf Partys, schnitt die Aufnahmen zusammen, unterlegte sie mit lustigem Voiceover und baute Gags ein. «Das habe ich dann einfach dort hochgeladen, weil ich nicht wusste, wie ich es ihnen sonst zeigen soll», erinnert er sich. «Mit der Zeit habe ich gecheckt, dass sich diese Videos auch völlig fremde Personen anschauen und habe erst da das ganze System dahinter verstanden.»
Der Account «Freshhaltefolie» startete dann als Hobby, ohne Monetarisierung. Ein Jahr später wurde er langsam erkannt, bekam richtige Fans. «Menschen über 20 kannten YouTube damals eigentlich gar nicht. Das war wirklich eine Plattform von Kids für Kids», sagt Oelrich.
In seiner kleinen Heimatstadt Heide in Schleswig-Holstein habe ihn damals nicht viel interessiert: «Die Jungs haben alle Fußball gespielt, ich war aber eher an Schauspiel und Kunst interessiert. Also habe ich irgendwann einfach einmal den ersten Sketch hochgeladen.»
Halb Erzieher, halb Entertainer
Parallel begann er 2006 eine Ausbildung zum Erzieher und arbeitete drei Jahre als Sozialarbeiter in einer Grundschule. «Ich hatte zu diesem Zeitpunkt auch noch gar nicht verstanden, dass da ein Unternehmen entsteht, was wirklich Geld einspielt. Ich wollte einfach witzige Videos machen.»