Erstes Interview von Michael Schumacher - Ärger für Boulevard-Blatt nach Fake-Geschichte
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Freitag, 21. April 2023
Diese Aktion könnte für das Magazin "Die Aktuelle" noch teuer werden. Das Fake-Interview mit Michael Schumacher, erstellt durch eine KI, schlägt derzeit hohe Wellen in der Öffentlichkeit.
Erst im März 2023 hatte das Verbraucherschutzministerium klare Regeln für KI gefordert, wie inFranken.de berichtet hat. Der Umgang mit künstlicher Intelligenz ist inzwischen allgegenwärtig. Jetzt hat das Boulevard-Blatt "Die Aktuelle" mit einem Fake-Interview gezeigt, warum klare Grenzen wichtig sind. Das Magazin hatte behauptet, das erste Gespräch mit Michael Schumacher nach dessen Unfall geführt zu haben.
Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer war vor über neun Jahren bei einem Ski-Unfall in den französischen Alpen schwer verunglückt. Seit diesem Vorfall hat er sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Das Interview wurde auf der Titelseite der Illustrierten als "Welt-Sensation" angepriesen. Jetzt droht Ärger. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat die Familie Schumacher bestätigt, dass man rechtliche Schritte in die Wege leiten werde.
Familie Schumacher leitet rechtliche Schritte ein nach Fake-Interview
Das komplette Gespräch mit Michael Schumacher wurde durch eine KI erstellt. Betrachtet man das Cover der Zeitschrift genauer, fällt auf, dass unterhalb des großen Titels ein kleiner Zusatz steht - "Es klingt täuschend echt".
Und auch im Innenteil des Blattes werden die Leser aufgeklärt. Laut dpa heißt es dort, dass das Interview von einer Internetseite stamme, "die mit Künstlicher Intelligenz, kurz KI genannt, zu tun hat".
Mit dem kleinen Zusatz auf der Titelseite dürften sich die Verantwortlichen wohl bereits des drohenden Ärgers bewusst gewesen sein. Die Funke Mediengruppe, zu der "Die Aktuelle" gehört, wollte sich auf Anfrage der dpa nicht äußern.
Fake-Gefahr - auch der Google-Chef fordert klare Regeln für die Gesellschaft
Mit Blick auf diesen Fall kann man auch die Sorgen von Google-Chef Sundar Pichai besser verstehen. Mitte April 2023 hatte er deutlich gemacht, dass die Technologie der künstlichen Intelligenz beeindruckende Ergebnisse liefern kann, aber eben auch die Wahrheit verzerren könnte.
Pichai wurde bei seinen Ausführungen sehr deutlich: "Jeder, der eine Zeit lang mit KI gearbeitet hat, kommt zu der Erkenntnis, dass es so anders und tiefgreifend ist, dass wir gesellschaftliche Regeln brauchen, um darüber nachzudenken, wie man sich daran anpasst."