Die fabelhafte Welt der Amélie: 25 Jahre später in Paris
Autor: Sabine Glaubitz, dpa
, Samstag, 25. April 2026
Paris ist voller Bilder – und viele davon stammen aus dem Kino. Vor 25 Jahren prägte «Die fabelhafte Welt der Amélie» eines davon besonders. Was ist davon geblieben?
Vor der Fotokabine in der 53 Rue des Trois Frères stehen junge Leute Schlange. Wenige Sekunden später halten sie schmale Schwarz-Weiß-Aufnahmen in der Hand – kleine Bilder, die wirken wie ein Stück Filmgeschichte. Bis heute sind die Fotostreifen eng mit dem Film «Die fabelhafte Welt der Amélie» verbunden, der vor 25 Jahren aus Montmartre zugleich Kulisse und Sehnsuchtsort machte. Was genau hat der Film geschaffen – und was ist davon geblieben?
Worum geht es in Amélies Welt?
Die Geschichte des französischen Regisseurs Jean-Pierre Jeunet mit Audrey Tautou in der weiblichen Hauptrolle handelt von der schüchternen Kellnerin Amélie Poulain, die irgendwann den Entschluss fasst, anderen Menschen zum Glück zu verhelfen.
Sie tröstet eine verwitwete Hausmeisterin mit gefälschten Briefen, bringt eine hypochondrische Zigarettenverkäuferin in eine unerwartete Liebesgeschichte und schickt den Gartenzwerg ihres Vaters auf eine Reise um die Welt. Ihr Blick auf die Welt verändert sich dabei: Sie entdeckt das Besondere im Kleinen – in einer Crème brûlée, einem Bild aus einer Fotokabine.
Der Film ist aktuell bei Amazon Prime Video und Rakuten TV gegen eine Gebühr zu streamen.
Wie viel Amélie steckt heute noch in Montmartre?
Montmartre hat sich erstaunlich wenig verändert. Über dem Viertel thront weiter majestätisch die weiße Basilika Sacré-Cœur. Die steilen Treppen sind dieselben geblieben, die schmalen Straßen auch, und viele Fassaden tragen ihre Filmgeschichte bis heute sichtbar mit sich, wie das Lebensmittelgeschäft in der 56 Rue des Trois Frères «Au Marché de la Butte», das im Film als «Épicerie Collignon» erscheint.
An der Épicerie hängt noch immer das Filmplakat. Die Auslage wirkt unverändert. Hier kaufte Jeunets Filmheldin ein – und rächte sich auf ihre eigene Weise am hartherzigen Gemüsehändler, der seinen Angestellten schlecht behandelte: mit vertauschter Zahnpasta, Salz im Schnaps und kleinen Streichen, die ihn langsam an seinem Verstand zweifeln ließen.
Welche Orte erinnern noch heute an den Film?
Ein paar Straßen weiter verschwindet das «Café des Deux Moulins» hinter einer Bauplane. Hier arbeitete Amélie als Kellnerin, beobachtete ihre Gäste und fand in den kleinen Routinen des Alltags ihre eigene Welt. Auf den Fenstern steht weiterhin der Hinweis auf den «Lunch d’Amélie Poulain», als wäre der Film noch immer Teil des Tagesgeschäfts.