Die 8 besten «Tatort»-Krimis - laut Grimme-Preis
Autor: Gregor Tholl, dpa
, Freitag, 24. April 2026
In der langen «Tatort»-Geschichte kam es bisher nicht so oft vor, dass einer der Krimis den renommierten Grimme-Preis erhielt. Dieses Jahr ist es wieder so weit. Wann und wofür war es noch so?
Der Grimme-Preis, benannt nach Adolf Grimme (1889–1963), dem ersten Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks, ist einer der wichtigsten Medienpreise der Republik, wenn nicht sogar die renommierteste Auszeichnung fürs Fernsehen. Gestiftet wird sie vom Volkshochschulverband.
Die diesjährige Gala zur Grimme-Preisverleihung ist am Freitag (24.4.) in Marl. In diesem Jahr wird nach Jahren auch mal wieder ein Film aus Deutschlands populärster TV-Reihe ausgezeichnet - ein «Tatort». Das ist noch nicht so oft passiert. Genau genommen: acht Mal erst. Und diese Krimis waren es:
2026: «Tatort: Dunkelheit» (HR)
Der Gegensatz zum verspielten Vorgänger-Team (Margarita Broich und Wolfram Koch) konnte am 5. Oktober 2025 kaum extremer sein beim neuen Frankfurter «Tatort»: Kommissar Hamza Kulina (Edin Hasanović) wird nach einer Fehlleistung zur ernsten Maryam Azadi (Melika Foroutan) versetzt, die in einem dunklen Keller gewissenhaft Altfällen nachgeht.
Der Hessische Rundfunk setzt jetzt auf Cold-Case-Krimis und auch den migrantischen Hintergrund des neuen Teams. Mit der deutsch-iranischen Schauspielerin Foroutan und dem deutsch-bosnischen Schauspieler Hasanović hat der Sender sein Aushängeschild hervorragend besetzt.
In dem ausgezeichneten Krimi «Dunkelheit» macht eine Frau beim Ausmisten der Garage ihres gestorbenen Vaters eine grausige Entdeckung. Das Team Azafi/Kulina begibt sich auf die Spuren eines Serienkillers, der als «Main-Ripper» jahrelang Angst und Schrecken verbreitete.
Kulina sieht sich mit einem eigenen Trauma konfrontiert: Er verlor 1995 beim Massaker von Srebrenica seinen Bruder. Die Autoren Senad Halilbašić, Erol Yesilkaya und Stefan Schaller (letzterer auch Regisseur) schufen einen überdurchschnittlichen «Tatort» - einen Thriller, der länger nachhallt.
2015: «Tatort: Im Schmerz geboren» (HR)
Ebenfalls vom Hessischen Rundfunk kam der vor elf Jahren ausgezeichnete Kunstfilm «Im Schmerz geboren» (Drehbuch: Michael Proehl; Regie: Florian Schwarz). Der am 12. Oktober 2014 erstmals ausgestrahlte Krimi mit Ulrich Tukur als Wiesbadener LKA-Ermittler Felix Murot faszinierte viele mit «Spiel mir das Lied vom Tod»-Zitaten, opulenter Filmmusik (Beethoven, Brahms, «Jules et Jim»-Filmmusik von Georges Delerue), aber auch spektakulär vielen Leichen.