Deutschrap und Partyschlager: Neuer Musikmix am Ballermann
Autor: Thomas Bremser, dpa
, Freitag, 24. April 2026
Feiern, Freundschaft, Frauen: Am Ballermann treffen Rap und Partyschlager aufeinander. Warum der Musikmix bei jungen Urlaubern so gut ankommt und welche Kritik es gibt.
«Lass die Affen aus'm Zoo» oder «Ich weiß nicht mal wie sie heißt» könnten von den Songtiteln her absolute Ballermann-Klassiker sein. Doch hinter den Tracks stecken nicht Mickie Krause oder Lorenz Büffel, sondern die Rapgrößen Haftbefehl und Capital Bra. Beide treten an diesem Wochenende bei der Saisoneröffnung des «Megapark» in El Arenal auf.
Shisha trifft auf Sangria, Autotune auf «Schalala»: Was lange als unvereinbar galt, scheint inzwischen fast selbstverständlich. Im vergangenen Sommer trat Sido mehrfach im sonst so schlagerlastigen «Bierkönig» auf. Doch es ist vor allem der «Megapark», der größte Partytempel am Ballermann, der Rapper in seinem Künstlerportfolio anbietet - was vor allem am deutlich jüngeren Publikum liegen dürfte.
Das sagt ein Hip-Hop-Experte zum Musikmix am Ballermann
«Diese Buchungen unterstreichen, dass Hip-Hop Teil der Popkultur geworden ist und mittlerweile eines der beliebtesten Genres», sagt Musikjournalist Robin Schmidt, der den Hip-Hop-Podcast «Robins Hood» moderiert. «Die Szene ist so divers, dass es kaum noch Vorbehalte gibt, auf solchen Events aufzutreten.»
In vergangenen Jahren tauchten im «Megapark» immer wieder bekannte Rapper auf, teils wöchentlich. Dabei passen Künstler wie Ski Aggu («Friesenjung»), Kay One («Señorita») oder die Atzen («Disco Pogo») musikalisch maßgeschneidert zur Party an der Playa. Auch Finch rappt mehrere Songs, die auf Ballermann-Partys dazugehören, wie «Abfahrt» oder «Liebe auf der Rückbank».
Capital Bra: Kommt er oder kommt er nicht?
Größer war die Verwunderung, als der «Megapark» zum Saisonabschluss des vergangenen Jahres erstmals Capital Bra ankündigte. Lange spekulierten Beobachter, ob der in Sibirien geborene Rap-Superstar tatsächlich in El Arenal auftauchen wird. Denn der 31-Jährige gilt in der Branche als unberechenbar.
Am Ende stand Bra im weißen T-Shirt auf der Bühne und performte gut gelaunt Partyhits wie «Cherry Lady» und «Roli Glitzer Glitzer». Nach einer knappen halben Stunde war der Kurz-Gig dann auch wieder vorbei.
Dafür soll der Musiker mehrere zehntausend Euro kassiert haben - und kommt an diesem Samstag zurück. Allerdings gibt es erneut Fragezeichen, zumal sein Manager der «Bild» vor wenigen Tagen einen Drogenabsturz in Berlin bestätigte.