Der «Daddy» als maskuliner Typ der Stunde
Autor: Gregor Tholl, dpa
, Montag, 04. Mai 2026
Daddy Issues zu haben, galt lange als gestört. Heute hat der Begriff «Daddy» eine weniger belastete Bedeutung. Wer so genannt wird, muss nicht mal Kinder haben. Beispiel: «Mandalorian» Pedro Pascal.
«Daddy is a state of mind – you know what i'm sayin'»: Dieses Zitat des Schauspielers Pedro Pascal aus einem Lügendetektor-Video des Magazins «Vanity Fair» machte ihn vor ein paar Jahren endgültig zum Internet-Meme. Übersetzt heißt dieser Satz so viel wie: «Daddy ist eine Lebenseinstellung – verstehst du, was ich meine?» Und der Männertypus «Daddy» scheint spätestens seitdem ein Riesending zu sein.
Zeit für ein paar Fragen und Antworten zu diesem Phänomen:
Warum ist Pedro Pascal der Inbegriff des «Daddys»?
Pedro Pascal («Game Of Thrones», «Narcos») hat den Spitznamen «Daddy» und die zugeschriebene Papa-Rolle besonders verinnerlicht und für sich akzeptiert. Im «Vanity Fair»-Interview erhob er das Daddy-Sein zur «Lebenseinstellung» – nach dem Motto: Jeder sollte diejenigen schützen, die er liebe.
Der inzwischen 51-Jährige erarbeitete sich den globalen Daddy-Status mit beschützenden Rollen etwa in der Serie «The Last of Us». Besonders wichtig war auch die Serienrolle «Mandalorian» in der «Star Wars»-Welt. Die wird jetzt auf die Spitze getrieben mit dem Film «The Mandalorian and Grogu» (Kinostart 20. Mai). Darin kümmert sich Pascal als Kopfgeldjäger Din Djarin rührend um das knuffige, kleine Wesen Grogu mit den großen Ohren.
Das Kind ist von derselben Spezies wie der frühere Jedi-Meister Yoda. Die Bezeichnung «Baby-Yoda» ist aber falsch und outet einen als Ignoranten.
Muss ein sogenannter Daddy auch wirklich Vater sein?
Dass Pascal als «Internet Daddy» schlechthin gehandelt wird, hat nichts mit seinem Familienstand zu tun. Privat ist der langsam ergrauende Filmstar kinderlos. Er ist nicht verheiratet. Er lässt sogar offen, ob er hetero-, homo- oder bisexuell ist, was ihn als (queere) Projektionsfläche geeignet macht.