So geht es nach dem Jubiläum in Bayreuth weiter
Autor: Kathrin Zeilmann und Britta Schultejans, dpa
, Freitag, 24. Juli 2026
Die Bayreuther Festspiele stehen vor ihrem großen Jubiläum, doch sie blicken darüber hinaus. Es soll künftig immer zwei Neuproduktionen geben auf dem Grünen Hügel - aber die Sache hat einen Haken.
Wie geht es weiter nach dem großen Jubiläum? Nach der Feier zum 150-jährigen Bestehen der Bayreuther Festspiele wird sich künftig einiges ändern auf dem Grünen Hügel.
In Zukunft wird es immer zwei neue Produktionen pro Jahr geben - mehr Geld dafür aber nicht. Künftig hat «jede Produktion nur die Hälfte der heutigen Mittel zur Verfügung», wie Geschäftsführer Hans-Dieter Sense sagte. Es habe sich aber «herausgestellt, dass die Produktionen eine kürzere Lebensdauer» haben. Die Publikumsgewohnheiten hätten sich geändert: «Die wollen alle ständig immer was Neues sehen.»
Wiedersehen mit Neo Rauch und Rosa Loy
Dafür will Bayreuth versuchen, die Produktionen nach Ende ihrer Aufführungszeit bei den Festspielen anderweitig zu vermarkten, wie Festivalleiterin Katharina Wagner der «Welt» verraten hatte. Deshalb könnten Bayreuther Inszenierungen in einigen Jahren auch anderswo zu sehen sein.
Im kommenden Jahr gibt es ein Wiedersehen mit einem altbewährten Team: Künstler Neo Rauch und Dirigent Christian Thielemann bringen eine Neuinszenierung der Richard-Wagner-Oper «Parsifal» auf die Bühne. Das teilte Wagner mit. Sie hatten bereits in der gefeierten, in Blau gehaltenen «Lohengrin»-Produktion zusammengearbeitet, die von 2018 bis 2025 auf dem Grünen Hügel lief. Rauch hatte damals schon das Bühnenbild entworfen. Wie damals soll auch beim «Parsifal» seine Frau Rosa Loy wieder mit dabei sein.
Neuer «Lohengrin» und gefeierter «Tannhäuser»
«Es ist ja die letzte Oper Wagners und sie kommt in einem ganz anderen Gewand daher als "Lohengrin". Ihr wohnt etwas Fiebriges inne, etwas Überreiztes», sagte Rauch. Der «Parsifal» habe «nicht diese Gassenhauer-Qualitäten, die Lohengrin hat». Das Werk sei «spröder». «Es ist ein Alterswerk und wir sind ja nun auch in die Jahre gekommen», meinte der 66-jährige.
Neben der Gralsritter-Oper soll es 2027 eine neue Interpretation des «Lohengrin» geben, wie Katharina Wagner sagte. Außerdem kehrt die gefeierte «Tannhäuser»-Inszenierung von Regisseur Tobias Kratzer noch einmal zu den Festspielen zurück - dieses Mal soll es wirklich das letzte Mal sein. Eine zweite Wiederaufnahme gibt es mit den «Meistersingern».
Insgesamt bekommen die Bayreuther Festspiele künftig mehr Geld von Bund und Land. Die Förderung werde dauerhaft um je bis zu einer Million Euro aufgestockt, teilte Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) mit.