Kölner Dom kostet bald 12 Euro Eintritt - aber nicht immer
Autor: Marco Rauch, dpa
, Dienstag, 02. Juni 2026
Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die wohl berühmteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war das kostenlos. Für Besucher ändert sich das jetzt - doch es gibt einige Ausnahmen.
Nach kontroversen Debatten ist die Entscheidung von vielen lange gespannt erwartet worden, jetzt steht fest: Der Kölner Dom wird für Besucher ab dem 1. Juli zwölf Euro Eintritt kosten. Damit sollen die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms gedeckt werden, wie das Domkapitel auf einer Pressekonferenz mitteilte, während der es pünktlich zur Verkündung des Preises stark zu regnen begann.
Es gibt allerdings auch einige Ausnahmen. So soll der Dom - Weltkulturerbe mit über 600 Jahren Bauzeit - jährlich an bestimmten Tagen kostenfrei für alle sein: vom 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) bis zum darauffolgenden Sonntag, am 1. Mai (Tag der Arbeit) und am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) sowie zur Dreikönigswallfahrt Ende September. Zudem soll der Dom für Gottesdienstbesucher, Betende sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins demnach kostenfrei bleiben.
Besichtigung oder Beten: Wie kontrolliert man das?
Doch wie wird zwischen Touristen, die nur zur Besichtigung kommen, und Menschen, die zum Beten kommen, unterschieden? Das Domkapitel erklärte, dass man zwei verschiedene Eingänge anbieten werde: Über den Nordeingang beim Hauptbahnhof können Menschen nach wie vor einen kleinen Bereich des Doms gratis zum Beten betreten.
Für den westlichen Haupteingang brauche man das Ticket, mit dem man den gesamten Dom besichtigen kann. Ob Menschen am Nordeingang tatsächlich beten wollen, werde man allerdings nicht überprüfen, teilte das Domkapitel mit. Man werde keine Gesinnungsprüfung durchführen, sondern vertraue den Menschen.
Ob das nicht ausgenutzt werden kann? «Ja, die Gefahr besteht», sagte Dompropst Guido Assmann. Ihm zufolge machen Touristen etwa 99 Prozent der Dom-Besucher aus.
«Wir haben die öffentliche Diskussion der vergangenen Wochen aufmerksam verfolgt», sagte Assmann. «Neben kritischen Stimmen haben uns auch zahlreiche verständnisvolle Rückmeldungen erreicht, die deutlich machen: Vielen Menschen ist bewusst, dass der Erhalt und Unterhalt des Doms eine verlässliche und nachhaltige Finanzierung benötigen.» Prominente Befürworter des Eintrittspreises sind etwa Maler Gerhard Richter oder TV-Moderator Guido Cantz.
Man gehe davon aus, «dass die neue Regelung den Alltag im Dom spürbar beruhigen wird», so Assmann. «Die Besichtigungsgebühr kann dazu beitragen, den Dom wieder stärker als Gotteshaus und sakralen Raum erfahrbar zu machen. Ich bin zuversichtlich, dass wir in einigen Jahren erkennen werden, dass sowohl der langfristige Erhalt der Kathedrale als auch ihre spirituelle Prägung von diesem Schritt profitiert haben.»