Mit Sparen hat das aber noch gar nichts zu tun. Noch ein Beispiel. Finanzminister Markus Söder behauptet, er spare, weil er Altschulden in Höhe von 500 Millionen Euro tilgt. Für sich genommen stimmt das. Wenn er aber auf der anderen Seite den Staatshaushalt mit der Übernahme neuer Aufgaben um 1,5 Milliarden Euro mehr belastet, ist das auch nur eine Halbwahrheit. Weil der Staat nicht spart, sondern mehr Geld ausgibt.

Es ist doch so einfach, dass es eigentlich auch Politiker begreifen müssten. Weshalb Bayerns oberster Rechnungsprüfer Heinz Fischer-Heidlberger es den an der Regierung befindlichen Damen und Herren noch einmal ins Stammbuch schreibt: Wer in einem Jahr weniger ausgibt, als er eingenommen hat, der spart. Alles klar?
Wir versuchen das an einem Beispiel zu verdeutlichen. Der bayerische Staatshaushalt hatte im Jahr 2011 ein geplantes Volumen von 42,491 Milliarden Euro.
Würden den realen Ausgaben von 42,491 Milliarden Euro exakt reale Einnahmen in gleicher Höhe gegenüberstehen, dann hätten wir - na, was hätten wir?

Genau. Einen ausgeglichenen Haushalt. Darauf sind die Politiker furchtbar stolz. Nur, das hat wieder nichts mit Sparen zu tun. Jetzt kommt's aber. Bleiben wir beim Beispiel. Hätte Finanzminister Söder Einnahmen von jährlich 42,491 Milliarden Euro und würde im gleichen Zeitraum nur 40 Milliarden Euro ausgeben, was wäre dann? Es gäbe einen Überschuss von 2,491 Milliarden Euro. Und Söder hätte tatsächlich gespart.