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Rosamunde Pilcher ist tot: Bestseller-Autorin stirbt im Alter von 94 Jahren


Autor: Redaktion

London, Donnerstag, 07. Februar 2019

Rosamunde Pilcher ist tot. Die Bestseller-Autorin starb im Alter von 94 Jahren. Ihr Sohn bestätigte den Tod gegenüber der Zeitung The Guardian.


Die Bestseller-Autorin Rosamunde Pilcher ist im Alter von 94 Jahre gestorben. Laut Angaben ihres Sohnes erlag Pilcher einem Schlaganfall. Dies teilte Robin Pilhcer der englischen Zeitung The Guardian mit. Am Sonntag habe Rosamunde Pilcher einen Schlaganfall erlitten und seitdem das Bewusstsein nicht wiedererlangt.

Die Schriftstellerin war bekannt für Werke wie "Die Muschelsucher" - eine Familiensaga, die Sie mit 63 Jahren veröffentlichte. Das Buch war ihr erster großer Erfolg. Alle weiteren Werke landeten anschließend in den Bestseller-Listen.

Rosamunde Pilcher (Geburtsname: Scott) wurde am 22. September 1924 in Lelant (Cornwall) geboren. Zu ihren weiteren weltweit erfolgreichen Romanen zählen "Stürmische Begegnung" (1992), "Ende eines Sommers" (1994) und "Ein Spaziergang im Schnee" (2006).

Das deutsche Publikum kennt Rosamunde Pilcher hauptsächlich durch die gleichnamige Fernseh-Reihe. Diese begann im Jahr 1993 mit dem Fernseh-Film "Stürmische Begegnung". Mittlerweile bringt es die Serie auf mehr als 100 Folgen. Die Mischung aus Liebesschnulze und schönen Landschaftsaufnahmen scheint vorwiegend bei den älteren deutschen Zuschauern einen Nerv zu treffen.

Rosamunde Pilcher: Ein Porträt

Junge trifft Mädchen. Es gibt Schwierigkeiten. Und am Ende kriegen sie sich. Dieses Strickmuster für Bücher und Filme ist ebenso schlicht wie erfolgreich. Und kaum jemand beherrschte es besser als Rosamunde Pilcher. In Dutzenden Romanen und Erzählungen erzählte sie diese Geschichte immer wieder neu. "Das war es, was ich am besten konnte", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur anlässlich ihres 90. Geburtstags - andere Genres hätten sie nie gereizt.

Die Britin wurde damit zu einer der erfolgreichsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit, obwohl sie die Literaturkritiker nie vom Hocker riss. Nun ist Rosamunde Pilcher im Alter von 94 Jahren gestorben. Der britische "Guardian" zitierte ihren Sohn Robin mit den Worten, Pilcher habe sich bis Weihnachten in großartiger Verfassung befunden, im neuen Jahr aber eine Bronchitis bekommen. Am Sonntagabend habe sie einen Schlaganfall erlitten und seitdem nicht mehr das Bewusstsein erlangt.

"Wie, Pilcher ist keine Deutsche?", fragen vor allem jüngere Bundesbürger erstaunt, wenn sie erfahren, dass die Autorin in England aufwuchs und in Schottland lebte. In keinem anderen Land war Pilcher so bekannt wie in Deutschland. Zu verdanken hat sie das wohl auch dem ZDF, das mit mehr als 100 auf Pilcher-Geschichten basierenden, herzerwärmenden 90-Minuten-Filmen eines der erfolgreichsten Formate des deutschen Fernsehens geschaffen hat.

Die Familiensaga "Die Muschelsucher" bescherte Pilcher 1987 den Durchbruch, als sie schon fast im Rentenalter war. Mit dem Schreiben begann sie schon als junges Mädchen, mit 18 veröffentlichte sie die erste Kurzgeschichte.

Nach dem Schulabschluss meldete sich das Mädchen aus Lelant in der südenglischen Grafschaft Cornwall 1942 zum Kriegsdienst und arbeitete kurze Zeit im britischen Außenministerium, dann in Indien. Zurück in der Heimat lernte sie Graham Pilcher kennen. 1946 heiratete das Paar und zog ins schottische Dundee, wo Grahams Familie ein Textilunternehmen hatte. Die Schriftstellerin lebte dort bis ins hohe Alter; seit 2009 war sie verwitwet.

Rosamunde Pilcher zog vier Kinder groß. Ihre Geschichten entstanden am Küchentisch und erschienen in Frauenzeitschriften. "Ich habe mir nie vorstellen können, dass das ein Erfolg würde", erzählte sie. "Ich habe einfach Kurzgeschichten geschrieben, weil ich das geliebt habe."

Über ihre Arbeit habe die Mutter zu Hause nie gesprochen, erinnerte sich die älteste Tochter, Fiona Wynn-Williams. "Wir waren oft in den Bergen und am Strand picknicken", erzählte sie der Nachrichtenagentur dpa anlässlich des 90. Geburtstags ihrer Mutter. Pilcher habe ihre Kinder ermutigt, immer das zu tun, was sie wollten - zum Schreiben habe sie sie nie überreden wollen. Einer tut es trotzdem: Sohn Robin Pilcher wurde selbst Schriftsteller.

Rosamunde Pilcher veröffentlichte ihren letzten Roman im Jahr 2000. Langweilig sei ihr aber nie, erzählte sie einmal: "Es fällt mir leicht, die Tage zu füllen. Ich habe einen Haushalt zu führen, Hunde, mit denen ich rausgehen muss, einen großen Garten und eine Familie, die ich besuche, oder die mich besuchen kommt."

Der Erfolg bescherte Pilchers Familie ein Millionenvermögen und machte ihre eher strukturschwache Heimat Cornwall zum begehrten Reiseziel - vor allem für Deutsche.

Auch das ZDF hatte daran einen Anteil. Kamerafahrten über breite Strände und raue Klippen, Weinberge und herausgeputzte Herrenhäuser machen äußerst erfolgreich Werbung für die Region. Pilcher-Touren führen zu den Schauplätzen der zwar manchmal von Dramen gebeutelten, aber letztlich heilen Welt, die sie in ihren Geschichten entwarf: Voller großherziger Menschen, die ritten und Sport- oder Geländewagen fuhren, dafür frei von Sex und Gewalt. Den wenigen Bösewichten war ihre Hinterhältigkeit schon von weitem anzusehen. Pilcher bot eine Pause vom echten Leben und seinen Überforderungen - egal, was Literatur- und Filmkritiker davon hielten.

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