Wie man sich vor der Invasion der Stinkwanzen schützen kann
Autor: Thomas Strünkelnberg (Text) und Sina Schuldt (Fotos), dpa
, Freitag, 23. Oktober 2026
Der Herbst ist auch: Stinkwanzenzeit. Die Tiere kommen ins Haus, brummen durchs Zimmer und geben bei Gefahr ein stinkendes Sekret ab. Was hilft gegen die ungebetenen Gäste?
Haben Sie ein gespanntes Verhältnis zu Insekten? Damit sind Sie nicht allein, viele Menschen packt der Ekel angesichts der sechsbeinigen Krabbeltiere. Gerade der Herbst mit seinen kühlen Temperaturen ist die Zeit der Stinkwanzen - und die Tierchen sind allgegenwärtig. Sie sonnen sich an Hauswänden und kommen auf der Suche nach einem warmen Unterschlupf in Wohnungen und Häuser. Immerhin: Stinkwanzen - der umgangssprachliche Begriff meint eigentlich die Familie der Baumwanzen (Pentatomidae) - sind nicht mit blutsaugenden Bettwanzen zu vergleichen.
Stink-Attacke bei Gefahren
Trotzdem: Schwirren diese Insekten mit lautem Brummen durch die Wohnung, sind sie lästig. Und wenn man ihnen etwa mit der Fliegenklatsche zu Leibe rückt, können sie unangenehm werden: Denn bei Gefahr geben sie ein meist übelriechendes Sekret ab, um sich vor Angreifern zu schützen.
Jürgen Deckert, bis zu seinem Ruhestand Kurator für die Wanzensammlung am Berliner Naturkundemuseum, macht klar: «Die einzige Wanze, die den Menschen schadet, ist die Bettwanze.» Dieses Tier sei schwer in den Griff zu bekommen, aber generell gebe es in Mitteleuropa keine Wanze, die Krankheiten auf Menschen übertragen könne. Arten von Wanzen (Leperoptera) gebe es dagegen reichlich, allein in Mitteleuropa seien es mehr als 1.000.
Wanzen tauchen im Extremfall zu Hunderten auf
Unter den Stinkwanzen, die in Wohnungen zu Dutzenden oder im Extremfall zu Hunderten auftauchen können, sind etwa die Ulmenwanze, die Birkenwanze und die Gemeine Bodenwanze. Auch die Gartenwanze taucht regelmäßig in Wohnungen auf - und die vor etwa 20 Jahren eingeschleppte und schon wegen der Größe auffällige Amerikanische Zapfenwanze, erklärt der Fachmann.
Die sei häufig, rieche aber nicht besonders unangenehm: «Wenn sie angefasst werden, geben sie zur Abwehr ein Sekret ab, dass eher nach den Nadelbäumen riecht, an denen sie saugen.»
Die Invasion der Wanzen sei vor allem im Herbst ein Phänomen, sagt Deckert. Denn die Insekten suchten sich zum Überwintern geschützte Plätze. «Das kann unter Holzstapeln, in der Bodenstreu oder unter der Borke von Bäumen sein, aber eben auch Wohnungen.»
Deckert betont: «Dagegen kann man kaum etwas machen, außer die Fenster mit Fliegengaze versehen. Es sei denn, die Bäume, die als Wirtspflanzen in der Nähe dienen, werden abgesägt. Das wird meistens niemand wollen.» Doch keine dieser Arten sei gefährlich, betont er.