West-Nil-Virus im Land: Das muss man jetzt wissen
Autor: Stefanie Järkel, dpa
, Donnerstag, 15. Oktober 2026
Die Behörden haben zwei Menschen aus dem Südwesten registriert, die sich lokal mit dem West-Nil-Virus infiziert haben sollen. Wie das Ministerium die Lage einschätzt und sich Menschen schützen können.
Erstmals sind in Baden-Württemberg bei zwei Menschen lokal erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus nachgewiesen worden. Beide Personen hatten sich zuvor nicht im Ausland aufgehalten, wie das Sozialministerium mitteilte. Nach derzeitigem Stand hätten sich die beiden Personen im Raum Stuttgart und Karlsruhe durch Stiche infizierter Stechmücken angesteckt. Die beiden Infektionen wurden demnach in der vergangenen Woche entdeckt. Was es mit dem West-Nil-Virus auf sich hat und andere wichtige Fragen zu dem Thema:
Was ist das West-Nil-Virus?
Das West-Nil-Virus wird laut Robert Koch-Institut (RKI) hauptsächlich von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. Die Mücken können aber auch Menschen und andere Säugetiere infizieren. Etwa 20 Prozent der Menschen, die sich mit dem West-Nil-Virus anstecken, entwickeln West-Nil-Fieber - eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Nur etwa jede 100. infizierte Person erkrankt schwer. Das West-Nil-Fieber heilt in der Regel komplikationslos aus, schreibt das RKI. Nur bei schwer erkrankten Patienten seien Spätfolgen relativ häufig.
Wie bewertet das Ministerium das Risiko für die Bevölkerung?
Das Ministerium betont: «Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet im alltäglichen Kontakt nicht statt.» Demnach wurde das Virus bereits 2024 in Vögeln und Pferden in Baden-Württemberg festgestellt. «Es ist nicht überraschend, dass das West-Nil-Virus nun erstmals auch bei Menschen in Baden-Württemberg nachgewiesen wurde», sagte Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand (Grüne) laut der Mitteilung. «Nach aktueller Bewertung des Landesgesundheitsamts besteht derzeit aber kein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung.»
Was ist zu den beiden infizierten Personen im Land bekannt?
Das Ministerium machte zunächst keine Angaben zu den beiden infizierten Personen, weder zu Alter und Geschlecht noch zum gesundheitlichen Zustand. Daher ist nicht klar, ob sie schwerer erkrankt sind oder nicht.
Wie verbreitet ist das West-Nil-Virus in Deutschland?
Lokal erworbene West-Nil-Infektionen sind in Deutschland laut Ministerium seit 2019 bekannt. Sie seien zunächst überwiegend in ostdeutschen Bundesländern festgestellt worden, hieß es weiter. In diesem Jahr wurden demnach bis zum 7. Oktober vier Fälle dokumentiert: zwei in Berlin und jeweils einer in Sachsen und Rheinland-Pfalz.
Wie können sich Menschen vor dem West-Nil-Virus schützen?
Eine spezifische antivirale Behandlung oder eine für Menschen zugelassene Impfung steht derzeit laut Ministerium nicht zur Verfügung. Der beste Schutz ist damit der Schutz vor Mückenstichen während der Stechmückensaison generell. «Dazu eignen sich beispielsweise Mückenschutzmittel, lange, helle und weite Kleidung sowie Mückenschutzgitter an Fenstern und Türen», empfiehlt das Landesgesundheitsamt laut Ministerium.
Zudem sollten mögliche Brutstätten von Stechmücken im eigenen Garten oder auf dem Balkon vermieden werden. Dazu gehört etwa das Umdrehen von Untersetzern und Übertöpfen im Garten, damit sich dort kein Regenwasser sammelt - Brutstätten für Stechmücken.