Trotz Ebola-Ausbruch: Gesundheitsarbeiter streiken im Kongo
Autor: dpa
, Donnerstag, 15. Oktober 2026
Im Ostkongo breitet sich Ebola rasant aus, mehr als 4.400 Menschen sind bereits gestorben. Nun hat das Gesundheitspersonal einen Streik anberaumt – mit Folgen für Patienten.
In der Demokratischen Republik Kongo hat die Gewerkschaft des Gesundheitswesens zu einem landesweiten Generalstreik aufgerufen – obwohl der Osten des Landes mit einem massiven Ebola-Ausbruch kämpft. Die Gewerkschaft begründet den Schritt mit Forderungen nach Gehaltserhöhungen, besseren Arbeitsbedingungen und Gefahrenzulagen. Die Regierung sei den Forderungen während Verhandlungen nicht entgegengekommen, hieß es von der Gewerkschaft.
Im Ostkongo sind nach Angaben der Behörden seit Mitte Mai bereits 9.144 Ebola-Fälle im Labor bestätigt worden sowie 4.410 Menschen an Ebola gestorben. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC spricht von dem am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch der Geschichte.
Nur Notfallversorgung gewährleistet
Nach Angaben von Gewerkschaftskoordinator Damien Muhindo finde der Streik auch in von Ebola betroffenen Regionen statt. Lediglich eine Mindestversorgung für Ebola-Behandlungszentren sei vorgesehen, die sich in stark reduzierter Kapazität auf Notfallversorgung und Isolierstationen beschränke. Muhindo bestätigte, dass ein Streik wichtige Bereiche wie Diagnose, Kontaktnachverfolgung und die Testungen von antiviralen Therapieverfahren sowie einem Impfstoff einschränken werde.
Bereits im August streikten Dutzende kongolesische Gesundheitsarbeiter in einigen von dem Ebola-Ausbruch betroffenen Regionen, um pünktliche Lohnzahlungen zu fordern. Die Arbeiter beklagen, ihnen seien seit Beginn des Ausbruchs weder Gehälter noch Prämien gezahlt worden.
Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.