Supernuss Macadamia: Eine Australierin zum Anbeißen
Autor: Carola Frentzen, dpa
, Donnerstag, 24. Sept. 2026
Die Macadamia ist heute ein globaler Snack. Ursprünglich wuchs die «Königin der Nüsse» nur an der australischen Ostküste. Was macht sie so gesund - und welche Rolle spielt ein deutscher Botaniker?
Auf dem Boden liegen die letzten Macadamia-Nüsse der Saison. Zwischen den Bäumen hüpfen Kängurus, während die Wintersonne über den Plantagen der australischen Sunshine Coast untergeht. Von März bis Ende September ist Erntezeit, dann fallen die Nüsse von selbst von den Bäumen. Danach beginnt ihre lange Reise vom Baum bis zum Snack im Supermarkt. Was viele vielleicht gar nicht wissen: Die «Königin der Nüsse» ist eine waschechte Australierin - und hat es faustdick unter der Schale.
In Yandina, rund 100 Kilometer nördlich von Brisbane, landet ein Teil der Ernte bei Nutworks. Das Unternehmen arbeitet mit mehr als 80 Erzeugern aus der Region zusammen und verarbeitet rund neun Prozent der australischen Macadamia-Ernte. Besucher können durch große Fenster beobachten, wie die steinharten Schalen geknackt, die Kerne sortiert und anschließend gewürzt oder zu Butter und Öl verarbeitet werden.
«Australien ist das einzige Land, in dem die Macadamia heimisch ist, auch wenn sie heute in vielen Ländern - allen voran China und Südafrika - produziert wird», sagt Chris Fuller, der bei Nutworks für die Betreuung der Anbauer verantwortlich ist.
Schon für die australischen Ureinwohner war Kindal Kindal, wie die indigenen Völker die Nüsse nannten, ein begehrtes Nahrungsmittel. Lange, bevor sie in Supermarktregalen rund um den Globus landeten, sammelten Aborigines sie in den Regenwäldern der Ostküste, rösteten sie über dem Feuer und schlugen die Schale mit Steinen auf.
Woher kommt der Name?
Die älteste noch lebende kultivierte Macadamia steht übrigens in Brisbane. Der sogenannte Walter-Hill-Baum wurde 1858 im Botanischen Garten gepflanzt und trägt bis heute Nüsse. «Dieser Baum gilt als Ausgangspunkt der Macadamia-Industrie», steht auf einer Tafel.
Ein Jahr zuvor, 1857, beschrieb der in Rostock geborene Botaniker Ferdinand von Mueller die Pflanze erstmals wissenschaftlich und gab ihr den Namen Macadamia - nach seinem Bekannten John Macadam, einem Wissenschaftler und Politiker. Ob der Namensgeber jemals in den Genuss einer Macadamia gekommen ist, ist leider nicht überliefert.
Vier Macadamia-Arten werden unterschieden, von denen aber nur zwei für Menschen genießbar sind: die Macadamia integrifolia und die deutlich seltenere Macadamia tetraphylla.