Mehr Vielfalt: Wie sich der Wald von morgen wandeln muss
Autor: Marc Fleischmann, dpa
, Samstag, 21. März 2026
Der Klimawandel setzt dem Forst zu. Für Experten ist klar: Dieses Ökosystem verändert sich. Warum der Wald der Zukunft anders aussehen und sogar anders riechen wird.
Der Wald ist mehr als nur eine Ansammlung von Bäumen: Er bindet Kohlenstoff, speichert Wasser, schützt Böden und bietet zahlreichen Tierarten einen Lebensraum. Doch der Wald steht vor gewaltigen Herausforderungen: Der Klimawandel mit zunehmenden Trockenphasen und Schädlinge verändern das Ökosystem. Zum Internationalen Tag des Waldes (21. März) ein Blick in die Zukunft.
Fachleute skizzieren, wie sich der Wald entwickeln könnte. Die gute Nachricht der Experten vorweg: Es dürfte in 50 Jahren einen Wald geben, der vielfältiger, lichter und in seiner Erhaltung deutlich anspruchsvoller ist.
Wie Anpassung und Waldumbau funktionieren können
Um den Wald anzupassen und langfristig auf den Klimawandel zu reagieren, braucht es die Zusammenarbeit von Forstwirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Nach Ansicht der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) kann es nur so gelingen, den Wald durch aktive Eingriffe zukunftsfähig zu machen. Das sei das erklärte Ziel der Forstverwaltungen und staatlichen Forstbetriebe.
Silvio Schüler, Leiter des Institutes für Waldwachstum, Waldbau und Genetik am österreichischen Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), sieht bereits Fortschritte beim Umbau des Waldes. Einen Beleg dafür sieht er im Boom der Eiche: Sie würden den Baumschulen förmlich «aus den Händen gerissen», so Schüler. Die Eiche gilt als eine der wichtigsten heimischen Arten, die besser mit Trockenheit und Wärme umgehen kann als etwa die Fichte.
Die Forstwirtschaft setzt beim langfristigen Waldumbau auf artenreiche Mischwälder mit mehreren stabilen Baumarten. Neben Eichen sind das etwa seltenere heimische Arten wie Elsbeere, Speierling, Feldahorn und Vogelkirsche. Für die Experten der LWF aus Bayern sollten idealerweise mindestens vier verschiedene Baumarten pro Bestand gemischt werden.
In wärmeren Regionen Deutschlands wie etwa im Oberrheingraben im Südwesten werden der LWF zufolge zunehmend auch submediterrane Arten wie Zerreiche, Edelkastanie oder Orientbuche diskutiert. Auch die Douglasie gilt als Hoffnungsträger, da sie im Gegensatz zur Fichte «besser mit Trockenheit umgehen kann», sagt Schüler. Als weitere Optionen nennt der Institutsleiter südlichere Arten wie die ungarische Eiche oder Tannen aus Kalabrien.