Limo, Tiefkühlpizza, Wurst - für Kinder besonders schädlich?
Autor: Irena Güttel, dpa
, Freitag, 17. April 2026
Hochverarbeitete Lebensmittel wie Chips oder Wurst sind bei Kindern oft beliebt. Doch wer zu viel davon isst, kann dick werden. Fachleute erläutern, welche Folgen das noch haben kann.
Limos in bunten Flaschen, Wurst oder Chips in Tierform und gesüßter Joghurt mit beliebten Filmmotiven - in den Supermarktregalen gibt es viele Fertigprodukte, die besonders für Kinder und Jugendliche verlockend wirken. Doch oft sind diese auch besonders ungesund. Sogenannte hochverarbeitete Lebensmittel gelten als Dickmacher und werden mit verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht. Welche Folgen könnte das für Kinder haben, wenn diese schon früh im Leben regelmäßig zum Fertigsnack greifen? Fachleute geben Antworten.
Was sind stark verarbeitete Lebensmittel?
Sogenannte hochverarbeitete Lebensmittel enthalten häufig viel Zucker, viel Salz, gehärtete Fette, industrielle Stärken und zahlreiche Zusatzstoffe wie Emulgatoren, Farbstoffe oder Aromastoffen. Meist sind sie verzehrfertig oder müssen nur noch aufgewärmt werden.
In der Diskussion kommt Daniela Graf vom Max-Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, vor allem folgender Aspekt zu kurz: «Wir essen diese Produkte ja nicht on top, sondern diese ersetzen unsere traditionellen Lebensmittel - und im Normalfall sind das eben das frische Obst und Gemüse, die Vollkornprodukte.» Sprich: Statt Haferflocken mit frischem Apfel gibt es Frühstückszerealien, statt Vollkornbrot weißen Toast, statt eines frisch gekochten Mittagessens Tiefkühlpizza.
Welche Folgen kann das für die Gesundheit von Kindern haben?
Das Hauptproblem ist aus Sicht des Berliner Kinder- und Jugendmediziners Frank Jochum vom Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau, dass diese Lebensmittel eine hohe Energiedichte haben und Zusatzstoffe und Aromen diese gleichzeitig sehr schmackhaft machen. «Da passiert es eben schnell, dass man mehr isst, als man Hunger hat.»
Dazu trägt nach Angaben von Graf bei, dass viele dieser Lebensmittel einfach zu verzehren sind und nicht lange gekaut werden müssen, so dass man innerhalb kurzer Zeit viele Kalorien zu sich nimmt.
Wer regelmäßig zu viele dieser Lebensmittel isst, kann also dick werden. Jeder vierte junge Mensch zwischen 5 und 19 Jahren in Deutschland ist laut dem Kinderhilfswerk Unicef übergewichtig, 8 Prozent gelten sogar als adipös. Es sieht die «allgegenwärtige Präsenz und Vermarktung stark verarbeiteter Lebensmittel» als einen der Gründe für die global gestiegene Zahl fettleibiger Kinder an.
Übergewicht wiederum erhöht Jochum zufolge das Risiko für zahlreiche chronische Erkrankungen, darunter Typ-2-Diabetes, Arthrose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.