Kuh oder Pflanze? Sieben Milchmythen im Check
Autor: Katja Räther, dpa
, Montag, 01. Juni 2026
Es kann viele Gründe geben, sich für Pflanzendrinks und gegen Kuhmilch zu entscheiden: Zu Gesundheit und Klimaschutz kursieren viele Gerüchte. Was stimmt wirklich?
Hafer, Soja, Mandel: Pflanzendrinks stehen in vielen Kühlschränken – und in der Diskussion. Sind sie tatsächlich gesünder als Kuhmilch, besser fürs Klima oder automatisch die richtige Wahl bei Allergien? Ein Faktencheck zeigt: Vieles ist pauschal falsch – manches stimmt weitgehend.
Behauptung: Pflanzendrinks sind gesünder als Kuhmilch
Bewertung: falsch
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) widerspricht. Milch und Milchprodukte enthielten von sich aus gut verfügbares Eiweiß, das für Muskelaufbau und -erhalt unverzichtbar sei. Zudem würden Kalzium für die Knochengesundheit sowie Vitamine und Jod geliefert. In pflanzlichen Alternativen fänden sich diese Mikronährstoffe in relevanten Mengen dagegen oft erst durch entsprechende Anreicherung. Wer auf Milchprodukte verzichtet, sollte nach Einschätzung der Experten deshalb auf die ausgewiesene Zutatenliste bei Pflanzendrinks achten oder die fehlenden Nährstoffe anderweitig ersetzen.
Behauptung: Bio-Pflanzendrinks ersetzen Kuhmilch-Nährstoffe
Bewertung: falsch
Bio, also gesund? Im Fall von ökologisch erzeugten Pflanzendrinks stimmt das nicht – zumindest, was wichtige Nährstoffe wie etwa Calcium, Vitamine und Jod angeht. Der Grund: Bio-Lebensmitteln dürfen laut EU-Öko-Verordnung 2018/848 Vitamine und Mineralstoffe nur dann zugesetzt werden, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben ist. Für pflanzliche Milchalternativen gibt es eine solche Vorschrift nicht, deshalb dürfen ihnen keine Nährstoffe beigefügt werden. Einige Hersteller umgehen das Verbot, indem sie Kombinationsdrinks anbieten – etwa als Hafer-Alge-Drink, in dem calziumhaltige Bio-Algen verwendet wird. Diese Praxis ist allerdings rechtlich umstritten.
Behauptung: Für Allergiker sind Pflanzendrinks die bessere Wahl
Bewertung: überwiegend falsch
Wer auf Milcheiweiß allergisch reagiert oder laktoseintolerant ist, greift gern zu Pflanzendrinks. Sie sind aber nicht immer die Lösung, denn sie können je nach Ausgangsstoff, Herstellung und Kennzeichnung relevante Risiken für Allergiker bergen. Viele Milchalternativen enthalten selbst deklarationspflichtige Allergene und müssen entsprechend gekennzeichnet sein, etwa wenn sie auf Soja, Nüssen, Gluten/Hafer oder Lupinen basieren.