Babyduft und Pissoir - Preis für kuriose Forschung
Autor: dpa
, Donnerstag, 03. Sept. 2026
Wissenschaft mit Augenzwinkern: In Zürich werden kuriose Studien zu Babyduft, Mückenrüsseln und Pissoirs prämiert.
Betört Eltern mehr der Körpergeruch ihrer Babys oder ihrer Teenager? Ein Team unter deutscher Beteiligung hat das untersucht und dafür jetzt in Zürich einen Preis für kuriose Forschung erhalten.
Die Ig-Nobelpreise sollen erst zum Lachen, dann zum Nachdenken anregen, wie die Erfinder sagen. «Wissenschaft kann ja auch witzig sein», sagte Ilona Croy, Preisträgerin von der Universität Jena, der dpa in Zürich. «Es ist schön, wenn man dafür ausgezeichnet wird.»
Preisgekrönt wurde außerdem die Entdeckung, dass Mückenrüssel als 3D-Druckdüsen verwendet werden können. Geehrt wurde zudem ein Team, das herausfand, dass wohlsituierte Menschen eher von den Süßigkeiten ihrer Kinder naschen als Menschen mit weniger Geld. Auch die erfolgreichen Experimente für ein Pissoir, aus dem es nicht spritzt, fanden Anerkennung.
US-Politik sorgte für Umzug der Preisverleihung
Der Spaßeffekt wird immer auch bei der Preisverleihung großgeschrieben. Die Preistrophäe sah dieses Mal aus wie ein Pilz, der aus einem Fuß wächst - auf einem Keil, der an Blauschimmelkäse erinnert.
Ernst ist hingegen der Hintergrund für den Umzug der Preisverleihung, die erstmals seit 1991 nicht in den USA, sondern in Europa stattfindet. Hintergrund sei die politische Lage in den USA mit ihrer strikten Visumpolitik und brutalen Einsätzen der Einwanderungspolizei, hieß es.
Es sei womöglich nicht mehr sicher für die Gäste, in die USA zu reisen, fürchtete Marc Abrahams. Er ist Herausgeber der satirischen Wissenschaftszeitschrift «Annals of Improbable Research» über kuriose Forschung, die die Preise verleiht. 2027 soll die Zeremonie in Antwerpen stattfinden.
Der Name der Auszeichnung - Ig-Nobelpreise - ist ein Wortspiel in Anspielung auf die richtigen Nobelpreise. Das englische «ignoble» bedeutet auf Deutsch in etwa «unehrenhaft».